text breit    text schmal   drucken
Bilder keine Bilder
derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst | Documenta 11 
13.05.2002
12:22 MEZ
Kunst aus Unwissenheit überpinselt
Ein altes documenta-Kunstwerk von Jenny Holzer - eine Hausfassade mit Thesen der Künstlerin - wurde zerstört

Foto: screenshot walkerart.org
Beispiel für eine Installation im öffentlichen Raum von Jenny Holzer
hier: eine Auswahl aus der Serie "Survival", Installation, 696 Yonge Street, Toronto, 1986

Foto: screenshot walkerart.org

Kassel - Ausgerechnet kurz vor dem Start der documenta ist in Kassel ein 20 Jahre altes documenta-Kunstwerk aus Unwissenheit zerstört worden. Eine mit Thesen der New Yorker Aktionskünstlerin Jenny Holzer beschriftete Hausfassade wurde übertüncht. Der neue Hauseigentümer habe nicht gewusst, dass es sich um ein documenta- Kunstwerk handelte, sagte documenta-Geschäftsführer Bernd Leifeld am Montag. Die Thesen waren 1982 ursprünglich als vorübergehendes Kunstwerk zur documenta 7 auf der Fassade angebracht worden. Der ursprüngliche Hauseigentümer hatte nach Ende der Weltkunstschau aber auf ein Überpinseln verzichtet.

"Schade, dass das Kunstwerk nicht mehr existiert", sagte Leifeld. Andererseits gehöre es bei jeder documenta dazu, dass Kunstwerke im Freien nur vorübergehend in Kassel installiert seien. Der Hauseigentümer habe zwar angeboten, die Schriftzüge wieder anzubringen, aber dies sei urheberrechtlich wohl zu kompliziert. Die documenta 11 öffnet am 8. Juni ihre Tore. (APA/dpa)


©2002 derStandard.at - Alle Rechte vorbehalten.
Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.