VN Sa, 3.5.2003

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Im Schaufenster tut sich was

Auflagenkunst in Egger Geldinstitut

Egg (VN-ag) Im Schaufenster der Raiffeisenbank Egg tut sich etwas: politisch korrekte Gartenzwerge proben den Aufstand. Humorvoll-subversiv erfolgt der Einstieg in die Auflagenkunst der Grazer Galerie "Artelier".

Was draußen in den Schaufenstern angezettelt wurde, findet im Inneren der Bank, von der Schalterhalle über die Treppe bis in die Büros und den Tresorraum, seine gelungene Fortsetzung. "No object is innocent" verkündet ein Schild von Maurizio Nannucci am Bankschalter. Und in diesem programmatischen Sinn ist Petra Schilcher von der renommierten "Galerie & Edition Artelier" in Graz der Herausforderung nachgekommen, eine Ausstellung in einer Bank auszurichten und dabei gleichzeitig unter dem Titel "numbered & signed" einen Diskurs in eigener Sache anzustacheln: Unikat/Original, oder wie verhält es sich mit der Reproduzierbarkeit bzw. Multiplizierbarkeit von Kunst?

Aus dem Vollen

Dass sie dabei aus dem Vollen schöpfen konnte, beweisen die von Artelier seit 1985 herausgegebenen rund 450 Editionen von über 120 zeitgenössischen Künstlern. Darunter befinden sich internationale Größen wie Martin Kippenberger, Joseph Kosuth oder John Baldessari, aber auch Aushängeschilder einer jüngeren heimischen Künstlergeneration wie Peter Kogler, Erwin Wurm, Eva Schlegel oder Heimo Zobernig. Entsprechend breit gefächert ist das Spektrum an Multiples und Editionen, das von einer interaktiven CD-ROM bis hin zu einem simulierten Garten reicht und in das die Ausstellung einen ebenso fundierten wie leichtfüßigen Einblick gibt. Und sie können wirklich gut miteinander, die multiplizierten Originale und die als funktionierende Arbeitsplätze an sich schon besetzten Bankräume, die von Petra Schilcher mit Bedacht und nicht ohne Hintergedanken als Ausstellungsorte gewählt wurden.

Manches sieht aus, als wäre es schon immer da gewesen, so wie die "Paparazzi"-Sujets von G.R.A.M. an den Bürofenstern. Anderes fügt sich so subtil ein, dass man zweimal schauen muss, um die Kunst aus dem Realitätskontext des Bankalltages herauszufiltern, wie beim etwas anderen Abreißkalender von Michael Zinganel.

Und wieder anderes provoziert augenzwinkernd. So die Leuchtkästen von Jörg Schlick, deren Aufschriften wie "Keiner hilft keinem" an diesem Ort eine völlig neue Bedeutung erfahren.

Die Ausstellung "numbered & signed" ist in der Raiffeisenbank Egg bis 20. Juni während der Banköffnungszeiten zu sehen.

Gartenzwerge proben den Aufstand. (Foto: A. Grabher)




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