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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
15. Juni 2005
19:24 MESZ
Von
Olga Kronsteiner

 
Foto: TB-A21
Zur Art Basel präsentiert TB-A21 eine Videoinstallation von Candice Breitz am Westquai des Baseler Hafens.

Durch den Hintereingang in die Bar
Gut 50.000 Besucher erwartet die Art Basel auch heuer wieder, Österreich ist mit neun Galerien vertreten

Die 36. Auflage der weltweit wohl wichtigsten Messe für zeitgenössische Kunst sucht bis 20. Juni nach Käufern.


Basel - Für Liebhaber zeitgenössischer Kunst ist der Juni stets mit Terminen gespickt. Nach der Biennale von Venedig geht es etwa 600 km nördlich zur Art Basel, wo sich ab 15. Juni 270 Galerien mit rund 1500 Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts präsentieren. Und falls am Ende der Einkaufstour in der Schweiz noch Budget vorhanden, stehen wohl die Auktionen zeitgenössischer Kunst in London auf dem Plan.

Für die 165.000-Einwohner-Kleinmetropole ist die Art Basel längst ein beachtlicher Wirtschaftsfaktor geworden. Für die bis zum 20. Juni laufende 36. Auflage der Messe werden zumindest 50.000 Besucher erwartet, für die schon traditionell auch der Abstecher zur Liste 05 zum Rahmenprogramm gehört. Die junge Parallelveranstaltung - international unbekannte Künstler unter 40 Jahren, die Galerie nicht älter als derer fünf, sind Programm - feiert 2005 mit 48 Ausstellern ihr zehnjähriges Jubiläum. Viele der Protagonisten von morgen geben hier ihr Debüt, finden sich anschließend auf den Biennalen in Venedig oder bei der documenta.

Neben den klassischen Kunstzentren verzeichnet der Veranstalter aktuell etwa Vertreter aus Südafrika, Neuseeland und Israel sowie schwerpunktmäßig aus Skandinavien und Osteuropa. Bei den Galerien schafft rund ein Drittel der Liste-05-Teilnehmer den Sprung zur weltweit bedeutendsten Kunstmesse, der Art Basel.

Diese Parade absolviert heuer Karin Handlbauer. Mit einer Personale des Berliners Alexander Wolf stellt ihre Galerie Mezzanin in der Sektion Art Statement das Österreich-Kontingent. Seit nun zehn Jahren wählt das Art Basel Commitee für dieses Forum viel versprechende Aufsteiger, aus 218 Bewerbungen schafften es 2005 17 Künstler aus sechs Ländern. Insgesamt ist Österreich mit neun Teilnehmern vertreten: Neben Martin Janda, Georg Kargl und Christine König die Galerien Krinzinger, Hilger, Thaddäus Ropac sowie Galerie & Edition Artelier. Petra Schilcher präsentiert sich im Jahr ihres 20-jährigen Galerienjubiläums mit einem Querschnitt: Déjà-vus mit Martin Kippenberger oder Neues von Peter Weibel in Eintracht mit jungen Künstlern, insgesamt in einer preislichen Spanne von 1000 bis 30.000 Euro.

In der Sektion Art Unlimited zeigt Artelier eine Installation Peter Koglers mit 24 Birkensperrholz-Tischen. Aus der Rekordzahl von 170 Bewerbungen wählte das Commitee 72 Projekte für die diesjährige Ausgabe von Art Unlimited. Eines wird jedenfalls Blicke auf sich ziehen, jenes von der Galerie Krinzinger vor der 1999 vom Schweizer Architekten und Kunstsammler Theo Hotz erbauten Glashalle positionierte: die im Atelier van Lieshout entwickelte Bar Rectum, die ihre Funktion über das namensgebende Design reflektiert.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.6.2005)


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