VN Sa, 26.1.2002

Politik
Lokal
Sport
Markt
Kultur
Medien
Welt

Chronik
Notdienste
Wohin
Leserbriefe
TV
Motor
Gesundheit
Immobilien
Karriere
Reise
Feuilleton
Bücher
Wissen u.Technik
VN-Heimat

Anzeigen






Kultur 

Wieder vorwärts zur Natur

Das Kunstprojekt "Arte Sella" zu Gast in Bludenz

Bludenz (VN-ag) Das italienische 7000-Seelen Städtchen Borgo ist Partnerstadt von Bludenz. Borgo ist aber auch der Ort, an dem alle zwei Jahre im Sommer ein außergewöhnliches Kunstprojekt stattfindet. Mit einer Fotodokumentation stellt sich "Arte Sella" derzeit in der Galerie "allerArt" vor.

Was 1986 in Borgo in der Provinz Trento erstmals als viertägiges Happening mit Künstlern aus dem Alpenraum stattfand, hat sich derweil zum größten internationalen Kunstprojekt des Valsugana gemausert.

Entstanden aus einer Idee und der Vision einiger engagierter Menschen, wurde "Arte Sella" in den vergangenen 15 Jahren für über hundert Künstler zum Synonym für eine Allianz von Kunst und Natur. Benannt nach einem kleinen Tal bei Borgo (Sella) und in sprachlicher Nähe zum italienischen Stella (Stern) findet das mittlerweile zu einem regelrechten Festival mutierte Projekt in einer von der Natur sehr stark beeinflussten und noch weitgehend intakten Gegend statt.

Keine Land Art

Eine Natur, gegen deren Dominanz sich die Kunst im Dialog erst behaupten muss, findet "Arte Sella" doch im Wald, im Flussbett und auf den Wiesen statt. Gegen die Kategorisierung Land Art wehrt sich Emanuele Montibeller, einer der Initiatoren, aber vehement: "Arte Sella" sei vielmehr eine Kunst in der Natur, aber nicht im Sinne von zurück zur Natur, sondern vielmehr ein "vorwärts zur Natur". Ziel ist deswegen auch nicht die Anhäufung von Kunstwerken, schon gar nicht als Denkmäler, sondern die Schaffung eines Platzes zum Leben, der diese Bezeichnung auch in Zukunft noch verdient. So kommen mit Holz, Stein, Wasser, Erde vor allem natürliche Materialien zum Einsatz. Die von Künstlerhand geschaffenen Arbeiten werden jeweils von der Natur vollendet, der permanenten Entwicklung der Natur, den Jahreszeiten und der Witterung ausgesetzt. Oder aber sie existieren nur einen Moment lang, bevor sie wieder Teil der Natur werden.

Auch Vorarlberger

Trotz Idealismus und einem aufstrebenden Projekt hat man in Borgo aber auch die Probleme nicht aus den Augen verloren. Dazu zählen Vandalismus in den Anfängen, steigende Besucherzahlen und daraus resultierendes Verkehrsaufkommen, die teilweise fehlende Infrastruktur und die knappe Finanzierung. Dem setzen die Veranstalter sehr erfolgreich Engagement und die besondere Atmosphäre des Ortes entgegen. Im Reigen der vielen bislang an "Arte Sella" beteiligten Namen finden sich u. a. mit Gert und Ruth Gschwendtner sowie Kurt Matt auch bekannte aus Vorarlberg.

Kunst in der Natur. (Foto: "Arte Sella"




Kultur 

Zum Seitenbeginn