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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
26. April 2006
12:10 MESZ
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mak.at  
"Der Hang zum Unverwechselbaren" im MAK
Museum beschäftigt sich über Pläne, Skizzen und Fotos aus 135 Jahren mit sich selbst als Kunstwerk

Wien - "Die Geschichte unseres Hauses ist ein Prozess, der nicht abgeschlossen ist", umriss MAK-Direktor Peter Noever den Grundgedanken der neuen Ausstellung "Raumplanung. Der Hang zum Unverwechselbaren", die am Dienstag der Presse vorgestellt wurde. Diesmal beschäftigt sich das Museum für Angewandte Kunst (MAK) mit seiner eigenen Geschichte, genauer gesagt mit dem Gestaltungsprozess am und im Haus selbst seit der Eröffnung im Jahr 1871. Präsentiert wurde auch der "I-MAK", ein hochmoderner audiovisueller Guide zur Ausstellung.

Mit seinem baugeschichtlichen und programmatischen Hintergrund versteht sich das MAK als ein "gebautes Manifest". Vom architektonischen Konzept Heinrich von Ferstels 1868 bis hin zur Neugestaltung der Räume der Schausammlung durch zeitgenössische Künstler in den Jahren 1989 bis 1993 reicht die Ausstellung, die dem Prozess der Gestaltung und der permanenten Suche nach neuen Wegen und Formen nachspürt.

"Zeitgemäß, aber nicht modisch"

"Über die Jahre haben die Künstler und Architekten Spuren hinterlassen, Zeichen gesetzt", so Noever. Architektur ohne Programmatik sei nur eine leere Hülle, so stünden die Veränderungen stets im Dialog mit dem Geist des Hauses. "Zeitgemäß, aber nicht modisch" wolle man sein, auch heute könne man Tradition begegnen, "sofern die Qualität standhält", so der Direktor. Im Kunstblättersaal des MAK werden bis 29. Oktober Pläne und Zeichnungen ausgestellt, die die Veränderungen über die Jahre dokumentieren.

Ein Schwerpunkt liegt auf der ursprünglichen Planung, besonders hervor gehoben werden die Arbeiten von Ferdinand Laufberger, der für die Groteskendekoration sowie das fragile Sgraffitofries verantwortlich zeichnete, das schon 1911 von Karl Karger erneuert werden musste. Erklärende Texte veranschaulichen das bauliche Konzept des Museums, weisen auf Besonderheiten hin, die bisher vielleicht nicht wahr genommen wurden. "Auch die Fassade wurde im Stil der italienischen Renaissance gestaltet: Besonders ist die Kombination aus Ziegeln, die für Nutzbauten typisch waren, und Sandstein, der zu repräsentativen Zwecken eingesetzt wurde", so Kuratorin und MAK-Bibliotheksleiterin Kathrin Pokorny-Nagel.

Fokus auf die Anwendung von Kunst

Mit der Errichtung des "k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie" am Stubenring schuf Heinrich von Ferstel einen Musterbau, der zum Modell aller in Folge gegründeten Museen für angewandte Kunst in Europa wurde. Die Entwürfe erfolgten in enger Zusammenarbeit mit Rudolf von Eitelberger, erster Professor für Kunstgeschichte an der Universität Wien und Gründungsdirektor des Museums. Der dem Museum immanente Fokus auf die Anwendung von Kunst wurde am Gebäude selbst vorexerziert. Neben Ferstel arbeiteten Lehrer der Kunstgewerbeschule wie Valentin Teirich, Micheal Rieser und Hermann Klotz an der Ausgestaltung der Räumlichkeiten.

Weitere Arbeiten von Walter Pichler, des Duos Eichinger oder Knechtl sowie Peter Noever selbst stehen im Zentrum der Neugestaltung Anfang der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts. Die jüngste gestalterische Maßnahme war die Neuinterpretation des von Hermann Czech gestalteten MAK-Cafes, das an Anziehungskraft verloren hatte. Für die ehemalige Kunst- und Buchhandlung am Stubenring entwickelte James Wines mit den New Yorker Architektengruppe "SITE" eine Eingangslösung.

Der neu installierte I-Guide, ein "Palm", informiert Besucher über künstlerische Details der MAK-Gestaltung, unter anderem sind O-Töne der Künstler zu hören, auch Fotos der Umsetzungen können praktisch abgerufen werden. (APA)


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