VN Mi, 7.5.2003

Politik
Lokal
Sport
Markt
Kultur
Welt

Chronik
Leserbriefe
TV
VN-Heimat

Anzeigen
eVN.vol.at






Kultur 

Internationales Kunstgewirr

"Gruppe 30" im "at & co" in Hohenems

VON ARIANE GRABHER

Hohenems (VN) "Gruppe 30" nennt sich eine internationale Künstlergemeinschaft, vertreten durch die Galerien Bertrand Kass (Innsbruck) und Antonio Battaglia (Mailand). Bei den 30 dabei ist auch der Vorarlberger Martin Stock.

Es soll die erste einer Reihe von Ausstellungen "interessanter regionaler wie nationaler und internationaler Künstler" sein, die derzeit im "at & co regionales zentrum ems" in Hohenems zu sehen ist. Als Verschmelzung verschiedenster Richtungen und Stile von Künstlern aus Luxemburg, Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien hat man sich die Aufwertung der Kunst "mit einem authentischen, aufrichtigen Engagement" zum Ziel gesetzt, die Suche "nach Kunst, aber nie nach der Kunst im formalen Sinne", wie es im Text zur Ausstellung lapidar ausgeführt wird.

30 Ausdrucksformen

Doch die Realität sieht anders aus: während die atriumartige Halle des Gebäudes durch die architektonische Einfachheit ihrer kühlen Geometrie und einen klaren Raster bestimmt ist, herrscht an den Wänden ein wahrhaft babylonisches Kunstgewirr. Hervorgerufen wird es durch nicht weniger als dreißig Namen, 20 davon gehören zum festen Stamm, zehn werden je nach Ausstellung aus dem Angebot der beiden Galerien rekrutiert.

Namen, die zugleich auch für dreißig unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen stehen und die durch (meist) nur eine einzige Arbeit punktuell vertreten werden. Neben einigen Skulpturen in Holz, Metall und Keramik, die den Raum beleben, arbeitet das Gros der präsentierten Künstler mit dem Medium der Malerei. Wenn diese auch unter den Zeitgenossen wieder unbestritten aktuell ist, so trifft man hier, von wenigen Ausnahmen abgesehen, doch meist auf sehr traditionelle, um nicht zu sagen konventionelle Zugänge zum Medium.

Ausnahme

Eine Ausnahme in der Gruppe bildet der bereits erwähnte Vorarlberger Martin Stock. Er arbeitet als Einziger innerhalb der Gruppe konzeptionell im Bereich der digitalen Kunst und ist in Hohenems mit versiegelten Digitaldrucken in einem Wasserbecken und der grossformatigen Tafel "Joshua" aus der Themenreihe "Heidnische Erzählungen" vertreten. Auch wenn einzelne Arbeiten vielleicht eine nähere Betrachtung verdienen würden, so bleibt insgesamt ein diffuser, unbestimmter Eindruck von dieser Ausstellung zurück. Was die Künstler in einer Gruppe zusammengeführt hat, lässt sich schwerlich rekonstruieren, und von einer Gemeinschaft zu sprechen scheint fast verwegen.

In Hohenems teilen die 30 jedenfalls nur den Ort der Ausstellung miteinander, nicht mehr und nicht weniger.

Die Ausstellung der Gruppe 30 ist im at & co regionales zentrum ems, F.-M.-Felder-Str. 6, Hohenems, bis zum 16.Mai zu sehen, geöffnet Montag bis Freitag, 8 bis 17 Uhr.

30 Künstler teilen sich einen Ort. (Foto: A. Grabher)




Kultur 

Zum Seitenbeginn