| Paradies für Architekten | |
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Von Sabine Oppolzer.
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Die Formensprache des streng
geometrischen finnischen Expo-Pavillons in Sevilla erregte viel Aufsehen.
Der Bau mit Sperrholzverkleidung der Gruppe Monark machte unter anderem deutlich, dass Finnland über
eine sehr lebendige Szene an jungen Architekten verfügt. Stammte der
Entwurf doch von fünf jungen Studenten, die zu dem Zeitpunkt noch nicht
einmal ihr Studium beendet hatten, wie sich Ritta Norri, die Direktorin
des Architekturmuseums in Helsinki erinnert. "Sie machten den Pavillon,
dann trennten sie sich. Ich glaube, jetzt haben sie alle ihre eigenen
Büros." Finnland in Österreich
Neben jungen Architekten werden in der Ausstellung aber auch die
international bekannten Namen wie Alvar Aalto oder Eero Saarinen
präsentiert. Adolph Stiller, dem Organisator der von der Wiener
Städtischen veranstalteten Reihe Architektur im Ringturm, war auch der Konnex zu Österreich
wichtig. Er erinnert an Kaija und Heikki Siren von denen der Entwurf des
Linzer Brucknerhauses stammt, oder an Alvar Aalto, der den Wettbewerb zum
Bau der Wiener Stadthalle gewonnen hatte, die tatsächlich dann von Roland
Rainer errichtet wurde. "Wir haben auch Aaltos Originalpläne in der
Ausstellung. Es ist also eine Gelegenheit, zu sehen, welche Chance Wien
verpasst hat, einen echten Aalto zu haben."
Guter Boden für junge ArchitektInnen Exponate aus drei Höhepunkten der finnischen Architektur sind in der
Ausstellung zu finden: Finnischer Jugendstils und Entwürfe aus den 30er
Jahren, als die junge selbständige Nation ihr Erscheinungsbild mittels
moderner, funktionalistischer Architektur prägte. Und schließlich, als
letzte fruchtbare Phase dieses Jahrhunderts, die 90er Jahre. Eine Besonderheit Finnlands ist, dass insgesamt nur 13 Prozent der
Gebäude aus der Zeit vor 1920 stammen. Für Ritta Norri ist das auch ein
Zeichen dafür, dass junge Architekten hier immer sehr gute
Entfaltungsmöglichkeiten hatten. Man könne nicht wirklich von einer
akademischen Tradition in Finnland sprechen, sagt Norri, da die Ausbildung
von Architekten erst kurz vorn 1900 begann. "So gab es nie diese
Opposition der Architekten gegen die Einflüsse der Moderne." Von Anfang an wurden auch Frauen zu dieser akademischen Ausbildung
zugelassen. Die ersten Architektinnen kamen aus Finnland, an ihrer Spitze
Signa Hohenbory. "Lange Zeit glaubten wir, sie wäre auch die erste
Architektin auf der ganzen Welt, aber vor fünf Jahren ist man
draufgekommen, dass es in den USA noch früher eine ausgebildete
Architektin gab", schränkt Ritta Norri ein. Tipp:
Die Ausstellung Finnland. Architektur im 20. Jahrhundert im Wiener
Ringturm ist bis 19. Jänner zu sehen. | ||||||||