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Große Präsentation mit Werken von Jeff Koons im Kunsthaus

Bregenz: Kurioser Meister der Kitschbilder

Begleitend zu den Musikveranstaltungen der Bregenzer Festspiele zeigt das Kunsthaus bis 16. Spetember das erste Mal Amerikas einstiges Enfant terrible Jeff Koons in Österreich.
Gleichzeitig handelt es sich bei dieser 21 großformatige Arbeiten umfassenden Ausstellung um die größte Präsentation des nach steilem Aufstieg in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geratenen und nunmehr offensichtlich einer kräftigen Wiederentdeckung zuschreitenden Amerikaners seit 1992.
1955 in Pennsylvania geboren, wirkte Koons zuerst als Börsenmakler, ehe er mit raffinierten Kitschbildern, die moderne Konsumgesellschaft oder besser deren Gewohnheiten wiedergebend, erstes Aufsehen erregte. Der Durchbruch zum Weltruhm gelang ihm - nachdem er 1991 den italienischen Pornostar Cicciolina geheiratet hatte - mit überlebensgroßen Wiedergaben seiner Gattin während eines Liebesaktes.
Davon ist freilich im Kunsthaus Bregenz nichts zu sehen. Die Auswahl der gezeigten Exponate beschränkt sich auf Arbeiten, die später - zwischen 1995 und 2001 - gemacht wurden. Im ersten Stock, als ältester Beitrag, die zwischen 1995 und 1998 entstandenen Beispiele der "Celebration"-Serie: Kindheitsträume von Genuss- und Luxusartikeln anhand kleiner Modelle fotografiert, sodann stilllebenartig auf die Leinwand projiziert und in geradezu altmeisterlicher Manie ausgeführt.
Im Geschoß darüber zwischen 1999 und 2000 entstandene Spiegel und Gemälde der "Easyfun"-Serie. In diesem Fall liegt der größere Reiz zweifellos nicht in den Bildern, sondern in den Spiegelskulpturen mit ihren klaren, dem vereinfachten Kinderspielzeug nachempfundenen Umrissen und ihrer raffiniert brillanten Farbgebung.
Im dritten Geschoß sodann ausschließlich in diesem Jahr produzierte Arbeiten der "Easyfun Etherial"-Serie: aus am Computer gemischten Collagen von Fotos der Konsumwelt (Prospekte, Reisebroschüren, Werbematerial) entstandene Bilder, die ein wenig an Roy Lichtenstein, mehr noch an James Rosenquist erinnern.

Öffnungszeiten während der Festspiele tägl. von 10 bis 21 Uhr. Eintritt: 65 Schilling.


OÖN vom 24.07.01 zuletzt geändert am: 23.07.01 16:46:49


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