| Salzburger Nachrichten am 21. Jänner 2003 - Bereich: kultur
Neues Kunsthaus für Linz
Für 33 Millionen Euro entsteht am Donauufer das Kunstmuseum "Lentos". Nach der Übersiedlung der Neuen Galerie wird das Haus am 18. Mai eröffnet.
LINZ (SN, APA). Der Neubau des Kunstmuseums "Neue Galerie" der Stadt Linz geht in den Endspurt. Der alte Standort in Linz-Urfahr wird Ende Februar geschlossen. Im März wird die Neue Galerie in das am Donauufer unweit des Brucknerhauses gelegene "Lentos - Kunstmuseum Linz" übersiedeln. Die Eröffnung des Gebäudes der Schweizer Architekten Jürg Weber und Josef Hofer ist für den 18. Mai geplant.
Übersiedlung als logistische Leistung
Innerhalb von nur zwei Wochen soll ab Mitte März der gesamte Bestand der Neuen Galerie übersiedeln - eine logistische Herausforderung bei 1500 Gemälden, Skulpturen und Objekten sowie 10.000 Arbeiten auf Papier (Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafiken) und 30.000 Büchern und Kunstkatalogen. "Fachleute werden die Bestände - mit besonderem Augenmerk auf die sehr heiklen Exponate - verpacken und transportieren. Die Umsiedelung sollte durch die konsequente Nummerierung und Einordnung der Werke nach Ankaufdatum reibungslos vor sich gehen", sagt Direktor Peter Baum von der Neuen Galerie. Für den Bestand des Kunstmuseums und die Sonderausstellungen stehen insgesamt 8000 Quadratmeter, verteilt auf drei Geschosse, zur Verfügung. Bisher musste die Neue Galerie mit rund 3000 Quadratmetern das Auslangen finden. Im neuen Gebäude wird das dritte Geschoss mit einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern Ausstellungen vorbehalten sein. Überdacht ist dieses mit einer durchgehenden Glasdecke - eine der größ-ten Konstruktionen in dieser Form europaweit. So wird der Bau zum "Tageslichtmuseum", auf künstliche Beleuchtung wird im obersten Geschoss untertags weitestgehend verzichtet werden können. Die Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf rund 33 Mill. Euro. "Der Kostenrahmen wurde bislang konsequent eingehalten, wo etwas mehr als geplant kostet, wird dieser Betrag anderswo abgezogen", sagt Baum und bedauert, dass es vom Bund bislang noch keine Unterstützung gäbe. Seitens des Landes Oberösterreich wird der Neubau mit einer Finanzierungsbeteiligung in der Höhe von rund 7,2 Mill. Euro unterstützt. Zehn Prozent der Gesamtsumme wurden an Sponsoring seitens der Wirtschaft zugesagt. Eröffnet wird am 18. Mai mit den "attraktivsten Werken des Bestandes, deren Spannweite wird sich auf rund 150 Jahre erstrecken, der Schwerpunkt wird auf der Kunst des 20. Jahrhunderts liegen", erklärt Baum. Mit Filmvorführungen, Mal-Aktionen, Kulturfrühstück mit prominenten Gästen oder einer Jazzline wird das Kunstmuseum künftig noch stärker auf Begleitmaßnahmen setzen. 100.000 Besucher pro Jahr sieht der Direktor des Kunstmuseums solcherart als realistischen Richtwert.
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