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derStandard.at | derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
12. November 2008
20:49 MEZ

Pinakothek der Moderne, 80333 München, Barer Straße 40. Bis 8. 2.

 

Amos Gitai, Still aus dem Spielfilm "Eden" , Israel, Frankreich, Italien 2001.


Vater und Sohn
Filmregisseur Amos Gitai und sein Architektenvater Munio Weintraub in einer Ausstellung der Pinakothek der Moderne in München

Ausgebildet am Bauhaus, trug der Architekt Munio Weintraub wesentlich zur architektonischen Identitätsbildung Israels bei. Sein Sohn Amos Gitai, international renommierter Regisseur, gehört hingegen zu den kritischen Chronisten des Landes.

Der Architekt Munio Weinraub zählt zur Aufbaugeneration Israels. Beeinflusst von Hannes Meyer und Mies van der Rohe kam er 1934 nach Palästina, wo er rund 300 Bauten (u. a. Wohnanlagen, Schulen) und Projekte (u. a. einen Entwurf für die Gedenkstätte Yad Vashem) entwarf und am Israel Institute of Technology unterrichtete. Weinraubs Bauten gelten als wichtiger Bestandteil "des zionistischen Projekts der Schaffung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk und zentrales Element der Identitätsstiftung des Staats durch moderne Architektur" .

Sein Sohn Amos Gitai wurde zwar ebenfalls als Architekt ausgebildet, widmete sich aber seit den 1970er-Jahren zunehmend dem Film. Bis heute schuf er rund 80 oft preisgekrönte Kurz-, Dokumentar- und Spielfilme. In langen Einstellungen und eindrucksvollen Momentaufnahmen lässt er in seinen Dokumentationen die "Wirklichkeit" wirken und lenkt den Blick auf Verdrängtes, Ideologien und Mythen, wie etwa in dem Film "House" , in dem er anhand eines Gebäudes in Westjerusalem Vertreibung und Besetzung sowie Bedeutung von "Haus und Heimat" darzustellen versucht.

Die Ausstellung dokumentiert den spannungsreichen Dialog zwischen Vater und Sohn: zwischen dem zionistischen Aufbau des Landes und der postzionistischen Reflexion der komplexen Probleme im Nahen Osten. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.11.2008)

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