Galerie Ropac baut Kunsthalle
Während ein guter Teil der Kunstszene den Gürtel enger schnallen muss, stehen die Zeichen beim Salzburger Galeristen Thaddäus Ropac auf Expansion. Ropac baut eine insgesamt 2.600 Quadratmeter große Kunsthalle.
(APA). In diesem „Special Project Space“ genannten Neubau in einer Salzburger Vorstadt will der international erfolgreiche Kunsthändler nicht nur seine Logistik-Abteilung, die Büros, das Archiv und ein Fotostudio unterbringen, sondern vor allem exklusive, nicht öffentliche Schauräume. Dort soll großformatige Kunst exklusiven und zahlungskräftigen Kunden präsentiert werden.
Wahl fiel auf Salzburg, nicht auf ParisWie viel Geld Ropac für seinen „Special Project Space“ investieren wird, will er nicht bekanntgeben. Dass diese Kunsthalle in Salzburg gebaut wird und nicht in Paris, dem zweiten Geschäftsstandort von Ropac, liegt am Verkehr, wie er im APA-Gespräch erläuterte. „Ich war nahe daran, in Paris zu investieren, besonders weil die direkte Flugverbindung nach Salzburg gestrichen wurde und die Stadt damit deutlich schlechter angebunden ist. Aber in Salzburg fahren wir sieben Minuten von der Galerie zur Kunsthalle und in Paris hätte diese Fahrt zu einem bebaubaren Grundstück mehr als eine Stunde gedauert.“
Der aktuelle Standort der Galerie Ropac in der Kastvilla im Zentrum Salzburgs werde natürlich erhalten bleiben, betonte der Galerist. „Aber dieses Haus ist für vieles zu klein. So ist etwa unsere für 3. Oktober angesetzte Ausstellung von Gilbert & Georges hier nur in radikal verkleinerter Form möglich.“
„Optimismus ist angebracht“Seit Anfang 2008 plant Ropac am „Special Project Space“ in der Salzburger Vilniusstraße. Von der Wirtschaftskrise hat er sich dabei nicht irritieren lassen. „Ja, es gab düstere Monate, aber wir denken langfristig. Die Krise ist von kurzer Dauer, a la longue ist Optimismus angebracht“, so der Galerist, der eine Vielzahl der renommiertesten Künstler der Gegenwart vertritt.
Sicherheitstechnisch wird die neue Kunsthalle alle Stücke spielen. So wird der Sauerstoff in der Luft zum Teil abgesaugt und durch Stickstoff ersetzt, wie der Logistik-Chef von Ropac, Markus Kormann, erläuterte. „Damit entsteht ein Klima, in dem man ganz normal atmen kann. Aber eine Zeitung anzuzünden, funktioniert nicht. Jedes kleine Feuer geht einfach aus“.
Die neue Kunsthalle ist bautechnisch um Monate in Verzug. „Das liegt an den Umplanungen, die wegen der Ablehnung unserer ambitionierten Architektur durch den Planungsbeirat der Stadt nötig wurden“, so Kormann. Jetzt entsteht ein reiner Zweckbau, der vermutlich erst im November fertig sein wird.












