Die Zukunft schmieden
Aufbruch. Hallein. Schon wieder. Diesmal ist es kein Firmenkonkurs, der verstört, sondern die Innovationskraft eines Festivals, die erfreut.
heinz Bayer hallein (SN). „Bin ich verrückt?“ – Diese angstvolle Frage plagte den 33-jährigen Klaus Mähring nicht erst einmal. Der Wiener Fotokünstler ist Teilnehmer der „Schmiede 09“ in Hallein. An diesem, 2002 aus der Taufe gehobenen Festival der Innovation, nehmen heuer 140 kreativ Schaffende aus allen Sparten der Medienkunst teil. Den Rahmen und das Zuhause bietet die Verdampferhalle der ehemaligen Saline.
Mähring lebt seine Kunst auch als Musiker in digitalen Soundwelten, und zwar so sehr, „dass ich irgendwann isoliert war und immer weniger soziale Kontakte hatte“. Es sei zunehmend schwieriger für ihn geworden, die komplexe Gedankenwelt, die einen künstlerischen Schaffensprozess begleitet, auch Nichtkünstlern zu erschließen. Seit Mähring regelmäßig zur „Schmiede“ nach Hallein kommt, ist das Gefühl der Isoliertheit erloschen. Vielmehr macht sich durch die Bündelung der eigenen Kreativität mit jener anderer Medienkünstler ein Gefühl der Stärke bemerkbar.
Die in Hallein geknüpften Netzwerke hätten auch während des restlichen Jahres Bestand. „Plötzlich finden sich Wege der Vermarktung. Es gelingt, Geld zu verdienen.“ Das wieder ermöglicht neuen, bisher nicht gedachten Ideen auf den Grund zu gehen.
Am Freitag nahm Mähring den Preis des örtlichen Tourismusverbands entgegen: für einen, mit seinem Halleiner Freund und Videokünstler Gerald Schober produzierten Kurzfilm über die „Schmiede“. Die Erkenntnis der gemeinsamen Stärke ist einer der Erfolgsfaktoren des zehn Tage dauernden Workshops einer digital agierenden Avantgarde aus allen Ecken der Welt.
„Aufbruch“ lautete das Thema der „Schmiede 09“. Rüdiger Wassibauer, Gründervater der „Schmiede“, formuliert den Ansatz so: „In Zeiten von Wissenschaft statt Magie, Tourismus statt Abenteuer und Geld statt Vertrauen bleibt uns nur unsere Zeit. Darum ist es an der Zeit, sich Zeit zu nehmen: Nicht, um sie für uns selbst zu gebrauchen, sondern um unsere Fähigkeiten mit anderen zu teilen und unser Leben zu bereichern.“ Nicht die Perfektion sondern der Prozess, das Rohe, das Neue, das Chaotische, die Frage stünden in der „Schmiede“ im Vordergrund. LH-Stv. David Brenner sprach am Freitag im Zusammenhang mit der „Schmiede“ vom mittlerweile „bedeutendsten Medienkunstnetzwerk Salzburgs auf dem internationalen Markt“. Internet: www.schmiede.ca




















