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| 27.05.2004 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Christine König Galerie: Blicke | ||
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Die Laufbahn des südafrikanischen Fotografen David
Goldblatt begann 1951 genau zu jenem Zeitpunkt, als die ersten
Apartheid-Verbotsschilder "Europeans Only" auftauchten. Bei seiner Kritik
am Rassismus vermied der Enkel jüdischer Einwanderer jedoch stets
eindeutige Sujets. So hält der klassisch schöne Zyklus "Particulars"
(Unikate, je 2300 €) nicht die Gesichter, sondern nur Körperfragmente von
Porträtierten fest. Trotz ihrer Reduziertheit entfalten diese Fotos von
Beinen oder Händen eine starke erzählerische Kraft. Die Erzeugung von
Präsenz durch Abwesenheit gelingt auch dem Kapstädter Zwelethu Mthethwa
mit seinen großformatigen Aufnahmen "Empty Beds" (5100 €), die die
Schlafstätten von Arbeitern zeigen. Menschliche Spuren in der Wüste hat
der Goldblatt-Schüler Santu Mofokeng 1999 in Namibia dokumentiert (ab 2000
€). Den Höhepunkt der Schau bildet aber zweifellos Mthethwas ambivalenter
Film "Flex" (15.000 €), in dem junge Schwarze bei irgendeiner rhythmischen
Anstrengung zu sehen sind: Durch das Fehlen von Ton bleibt verborgen, ob
die Körper von Arbeit, Tanz, Sex oder etwas anderem zum Schwitzen gebracht
werden. (bis 3. Juli., Schleifmühlgasse 1A, Wien 4) GALERIE MARTIN JANDA: BAUTENWas wurde aus den Utopien der Moderne? Dieser Frage, die
in der Kunst der letzten Jahre eine enorme Konjunktur erlebte, sind die
Zwillingsschwestern Christine und Irene Hohenbüchler schon 1992 in Chicago
nachgegangen. Für ihre aktuelle Ausstellung recherchierten die
Künstlerinnen in der deutschen Hauptstadt. Während das Video "Berlin" eher
notizenhaften Charakter trägt, gestalten sich die Fotos und Aquarelle der
Schau wesentlich spannender. Im Mittelpunkt dieser Arbeiten steht die
Geschichte des Berliner Teufelsbergs, der nach dem Zweiten Weltkrieg aus
Trümmern aufgeschüttet wurde und in der Zeit der DDR zur Überwachung und
Spionageabwehr diente. Christine Hohenbüchlers Detailaufnahmen (2200 €)
zeigen eine von Vandalismus zerstörte funktionalistische Anlage, deren
große Fenster und Kuppeln an die architektonischen Visionen eines Mies van
der Rohe oder Buckminster Fuller mahnen. "Lost Utopies" lautet
dementsprechend der Titel der Aquarelle (2600 €) von Irene Hohenbüchler,
für die sie Fassaden von Bauten ineinander verwebt, die einst für
gesellschaftlichen Reformgeist standen. (bis 3. Juli.,
Eschenbachgasse 11, Wien 1) GALERIE GRITA INSAM: GESTEN"Ohne Worte" nennt die kroatische Künstlerin Nika Radic
ihre aktuelle Ausstellung, in der sie Grenzbereiche der Kommunikation
erkundet. So präsentiert das witzige Video "Pause" die Künstlerin selbst
bei einem Gespräch, aus dem die Worte herausgeschnitten wurden. Übrig
bleiben nur Gesichtsausdrücke, von denen auf die Inhalte der Konversation
geschlossen werden muss. Für die Serie "Echo" (je 3000 €) hat Radic Orte
in der Wiener Innenstadt fotografiert und die dort aufgeschnappten
Wortfetzen in Lautschrift auf den Stadtaufnahmen verewigt. Im Gegensatz zu
den zufälligen Inhalten verströmen die Fotos samt Inschriften einen
ehrwürdigen, monumentalen Charakter, der an Gedenktafeln und andere
historische Einschreibungen in den öffentlichen Raum erinnert. (bis
2. Juli., Köllnerhofgasse 6A, Wien 1) Nicole Scheyerer
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