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Magische Strichwelten

Kurt Absolon widmet die Innsbrucker Galerie Maier ihre letzte Ausstellung vor der Sommerpause.

INNSBRUCK. Die 20 Aquarelle, Tuschzeichnungen und Mischtechniken, die die Galerie Maier zeigt, machen die ganze Einzigartigkeit des Werks von Kurt Absolon deutlich. Er war ein Frühvollendeter, ein manischer Arbeiter in den wenigen Jahren, die ihm blieben. Denn der 1925 geborene Schüler von Herbert Boeckl und Paris Gütersloh ist nur 33 Jahre alt geworden, um zwischen 1942 und 1958 ein Werk zu schaffen, das nur in dieser Zeit möglich war und trotzdem völlig eigenständig ist.
Das Informel lag damals in der Luft, die Suche nach völlig neuen Formen einer Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit. Diese war immer Anreger für Absolons Kunst, aber nie Vorwurf. Um das darzustellen, was unter der sichtbaren Oberfläche lauert, ging es ihm, um die geistige Dimension von Landschaft und Mensch.
Kurt Absolon war primär Zeichner, der Erfinder magischer, ineinander verknäuelter Strichwelten. Die Porträts, die auf diese Weise entstanden, sind Menschenbilder in einem einzigartig ganzheitlichen Sinn, umfassen das Sichtbare und das nur Fühlbare, Körper und Seele. Auf malerisch lavierte Untergründe sind diese reizvollen Stenogramme des Realen geschrieben, deren zeichnerischer Rhythmus einem völlig autonomen künstlerischen Takt ge-
horcht.
Die Farbe spielt in Absolons Kunst zwar eine Nebenrolle, aber eine wichtige. Von Herbert Boeckl wurde er in die Magie des Kolorits eingeführt, um dieses als akzentuierendes Element in viele seiner grafischen Kompositionen mit einzubringen, bisweilen auch zum tragenden Bildelement zu machen.
2002-07-15 17:13:45