| DER ONLINE DIENST DER
TIROLER TAGESZEITUNG http://www.tirol.com/ |
| Ex-Albertina-Chef Walter Koschatzky
gestorben Der prominente österreichische Kunsthistoriker Walter Koschatzky ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Wien (APA) - Das gab die Albertina am Freitag Nachmittag bekannt. Koschatzky war von 1962 bis 1986 Direktor der Graphischen Sammlung Albertina. Unter den mehr als 100 Ausstellungen seiner 24-jährigen Direktionszeit wurde der internationale Ruf des Hauses durch Präsentationen, die etwa Dürer, Rembrandt, Klimt oder Schiele gewidmet waren, bedeutend gefestigt.Koschatzky galt als einer der profiliertesten Kunsthistoriker des Landes. Seine Bücher "Die Kunst der Graphik", "Die Kunst der Zeichnung", "Die Kunst des Aquarells" und "Die Kunst der Photographie" gelten als Standardwerke. Hofrat Walter Koschatzky ist heute, nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 81 Jahren verstorben. In einer ersten Stellungnahme nannte der jetzige Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder seinen Vorgänger "einen der bedeutendsten und würdigsten in der Reihe an großen Namen, die wir mit der Geschichte der Albertina verbinden. (...) Mit Walter Koschatzky ist einer der Großen der Kunstgeschichte gestorben. Die Albertina wird das Andenken an ihren langjährigen Direktor stets in Ehren halten." "Bahnbrechend für die kunsthistorische Spezialforschung und Höhepunkte in der Geschichte der Albertina waren unter anderem die Präsentationen von Albrecht Dürer 1971 und Peter Paul Rubens 1977. Der Höhepunkt war jedoch zweifelsohne die von ihm verantwortete Maria Theresia-Ausstellung, 1980, im Schloß Schönbrunn", so Schröder. "Weit über die Fachwelt hinaus wurde Walter Koschatzky als begnadeter Vermittler von Kunst, auch von komplizierten kunsthistorischen Zusammenhängen und künstlerischen Techniken geschätzt. Seine Filme für das österreichische Fernsehen verhalfen ihm früh zu einer großen Bekanntheit." Schröder betonte, bei Koschatzky sei "Selbstdisziplin immer mit einer großen Herzlichkeit einhergegangen": "Walter Koschatzky war bis zuletzt nicht nur als Direktor der Albertina mein Vorbild, er war auch mein erster Lehrer an der Universität Wien. Koschatzky hat in mir nicht nur die Leidenschaft zur Kunst entfacht; durch ihn habe ich auch die ersten tiefen Einblicke in das Wesen der Kunst anhand der im Original vorgelegten Hauptwerke Albrecht Dürers erfahren. Seine herzliche Freundschaft und seinen Rat werde ich so sehr vermissen wie seine stets ermutigenden Worte. Mit großem Enthusiasmus und persönlicher Anteilnahme hat Walter Koschatzky die Renovierung und Erweiterung der Albertina bis zuletzt verfolgt. Und bis zuletzt war er als Autor und Vortragender der erste 'Botschafter' seines geliebten Museums." 2003-05-09 14:33:19 |