Anlass der Initiative des Mozarteum-Chefs ist die prekäre Finanzlage der Hochschule. Jährlich fehlen zwischen zwei und drei Millionen Euro, das sind immerhin knapp zehn Prozent des Gesamtbudgets. Verantwortlich dafür seien die hohen Personalkosten, erläutert Haas. Der in der Kunst nötige Einzelunterricht sei besonders personalintensiv. Am Mozarteum stehen den rund 1400 Studenten 400 Lehrende - davon 120 Professoren - gegenüber. Dazu komme, dass die Unis vom Bund zwar in die Autonomie entlassen worden seien, gleichzeitig aber das Beamtendienstrecht - Unkündbarkeiten und teure Biennalsprünge inklusive - weiter gelte.
Bis 2009 hofft Haas zwar mit dem Abbau von Lehraufträgen, der Reduktion des Angebotes oder der Durchforstung freiwilliger Sozialleistungen einigermaßen "eine schwarze Null" halten zu können, danach sei aber nicht einmal mehr die Schließung ganzer Institute ausgeschlossen. In Diskussion stehen seit Längerem der Bereich Schauspiel, die Kunst- und Werkerziehung und sogar das renommierte Orff-Institut. (neu/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.5.2005)