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Kunst im T-Mobile-Center am Rennweg

Kommunikation und Kunstengagement

Von Brigitte Borchhardt-Birbaumer
Der architektonische Akzent des neuen Centers von T-Mobile am Rennweg hat die über die Südosttangente fahrenden Wiener bereits herausgefordert: Günther Domenigs weithin sichtbares Glas- und Betongebäude in schrägen Verzahnungen wird sich als "Hai" oder "Schlachtschiff" ins Gedächtnis einschreiben.

Das österreichische Webverzeichnis! Der Staatspreisträger und der Geschäftsführer des T-Mobile-Konzerns können damit einige Aufmerksamkeit für sich verbuchen.
Gemeinsam mit der Kunst- und Kommunikationsagentur art:phalanx wurde nun ein Kunstkonzept erstellt, das auf einen neuen privaten Sammler in Wien hoffen lässt. Mehrere Galerien (darunter Insam, Janda, Kargl, Krinzinger, Charim, Feichtner) sowie Künstlerinnen und Künstler treten als Leihgeber für etwa 50 Werke auf, hauptsächlich Malerei und Fotografie, die vor allem im zweiten Geschoss mit seinen zahlreichen Versammlungsräumen zunächst für die Dauer eines Jahres Platz finden werden. Da ein Ankaufsbudget vorhanden ist, wird ein Teil womöglich im Haus bleiben, andere Leihgaben werden wohl ausgetauscht. Zusätzlich ist eine Schiene mit Führungen und Arttalks geplant - der erste findet am Donnerstag, dem 3. März, um 19.30 Uhr, mit André Heller, Eva Schlegel, Gerald Matt unter der Leitung von Burghart Schmidt statt.
Weiters wird einmal im Jahr ein "T-Mobile Art Award" von 15.000 Euro vergeben. Die in Frage kommenden Künstlerinnen und Künstler müssen einen ÖsterreichBezug haben und nach 1959 geboren sein, und sie müssen sich mit ihrem Werk bereits einen Namen in der Kunstszene gemacht haben.
Bei ersten Publikumsreaktionen auf die Kunstwerke via Internet fällt auf, dass wieder einmal ein nacktes Selbstbildnis von Elke Krystufek für die meiste Aufregung sorgt. Dabei sind daneben weitaus provokantere Arbeiten zu finden, z. B. Birgit Jürgenssens "Friedenskuss" von 2002 - eine Begegnung von zwei Spielzeugpistolen in rosagrauen Wolken. Oder Hans Weigands Replik auf die Großstadt, "Bridges" von 2002. Oder Katrin Plavcaks "Revolutionary Break", auch 2002.
Die Auswahl lässt noch keine Schlüsse auf eine bestimmte Ausrichtung zu: Bis auf wenige Ausnahmen ist ein großer Querschnitt in der Qualitätsskala der jüngeren österreichischen Kunst zu finden. Später sollen auch Neue Medien und Skulptur in Betracht gezogen werden. Die angesprochenen Themen sind breit gestreut: Kommunikation, Globalisierung, Mobilität, Natur-Zivilisation. Die abstrakt-geometrische Richtung wird zur Architektur von Domenig passend, einen Stellenwert haben, aber auch Positionen österreichischer Malerei sind zu sehen. Eva Schlegels "Unscharfe Frauen" sind ebenso zu finden wie die subtilen Zeichnungen von Ulrike Lienbacher und eine Donaureise, als fantastische Foto-Objekt-Bilder von Inés Lombardi. International bekannte Künstler - wie Gerwald Rockenschaub, die Künstlergruppe Markus Muntean und Adi Rosenblum oder Franz West - stehen ganz jungen Positionen von Katrin Plavcak, Lisa Ruyter oder Martina Steckholzer gegenüber. Hier ist eine erfreuliche neue Diskussionsfläche eröffnet.

Erschienen am: 02.03.2005

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