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vom 23.06.2006 - Seite 014
Neu im Lentos: Prachtstücke der Raumkunst

450 Skulpturen, Objekte und Plastiken umfasst die kostbare Sammlung des Linzer Kunstmuseums Lentos. In einer extrem dichten Präsentation sind die besten daraus ab heute im Großen Saal und im Donaupark zu sehen.

VON IRENE JUDMAYER

"Wir haben hier ganz bewusst den Charakter einer Studiensammlung inszeniert", sagt Lentos-Direktorin Stella Rollig im OÖN-Gespräch. Eine Erklärung, die diese komprimierte Ausstellung von Raumkunst auch nötig hat. Denn manche der Arbeiten (etwa Klaus Rinkes treffliche "Arbeitspause" oder die neu angekaufte Arbeit von Matt Mullican) hätten mehr Luft vertragen. Begrüßenswert wäre auch die Kombination mit den dazu gehörenden (und im Lentos durchaus vorhandenen) Werkskizzen.

Aber - und das ist bei dieser Sammlungsschau unter dem Motto "Ein gemeinsamer Ort" - doch der überwiegende Eindruck: Es sind Prachtstücke, die drei Direktoren und eine Direktorin während über fünfzig Jahren Sammlungstätigkeit hier zusammengetragen haben.

Bekanntes und Neues

Flankiert werden sie von den frisch renovierten Exponaten im Forum Metall, dem "Open-Air-Lentos" im Donaupark, dem auch noch eine gelungene Dokumentation im Gebäude gewidmet ist.

Man trifft also auf alte "Bekannte" ebenso wie auf kaum noch Gesehenes. Raumbedingt Kleinteiliges, viel (Ober)Österreich, akzentuiert Internationales. Die Stationen reichen von Erwin Wurms ironisierendem "Krieg der fünziger mit den sechziger Jahren" im unteren Eck bis zu "Brennender Mensch" (1922) von Anton Hanak im oberen.

Kein "Sockelwald"

Dazwischen ein Bronzekopf-Selbstporträt von Egon Schiele (1916), Koligs Plexiglas-Blasen, ein buntes Lesungs-Objekt von Anselm Glück, Gironcolis "Doppelfigur". Dazwischen Bestechendes von Waltrud Viehböck und Osamu Nakajima. Dazwischen auch ein Raum im Raum mit Leucht-Objekten, und, und, und.

Maßgeblich am Charme dieser "Studiensammlung" beteiligt: die variable Ausstellungsarchitektur von Hans Kropshofer. Herzhafte Paletten-Ironie, die den Raum für die Objekte definiert. Ein Bravo für diese Abkehr vom üblichen "Sockelwald".

Dauer: 24. Juni - 5.November.

Öffnungszeiten: tgl. außer Dienstag (geschl.) 10-18, Do 10-22 Uhr.

Katalog: Neuer Sammlungskatalog Skulptur, Plastik, Objekt 28 Euro.

Eintrittspreise: Erwachsene 6,50 (ermäßigt 4,50) Euro, Gruppentarif ab 20 Pers. 5 Euro.

Info: 0732/ 7070-3614 sowie www.lentos.at

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