| Filme, Texte, Zeichnungen des Vielbegabten | |
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Dorothee Frank begleitete die Kuratoren Eva Schmidt und Kai Vöcklers durch ihre Smithson-Ausstellung im Museumsquartier.
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Der Künstler Robert Smithson hat viele
künstlerische Strategien von heute vorweggenommen: Die Verknüpfung von
visuellen Arbeiten mit Texten; die Verbindung von Installation, Film und
Fotografie; das Infragestellen des Kunstbetriebs und der
gesellschaftlichen Rolle des Künstlers. Ein Beispiel aus der Ausstellung im Museumsquartier: Am Boden liegt ein
Sandhaufen. Oder besser, eine langgestreckte, dünenförmige
Sandaufschüttung. In Abständen von ungefähr 20 Zentimetern ist die Düne
gegliedert durch längliche Glasplatten, ungefähr so groß wie
Badezimmer-Etageren. Wie lauter harte, eckige Hürden stehen die Platten
aus den Seiten der Düne heraus. Glas oder Spiegel? Der entscheidende Punkt bei der Arbeit fällt nicht sofort ins Auge. Die
Glasplatten sind in Wirklichkeit Spiegel - aber da sich in ihnen immer der
gleiche Sand spiegelt, hält man sie für gewöhnliches durchsichtiges
Glas. "Der Spiegel, die Spiegelung und das gespiegelte Material gehen hier
eine ganz enge Verbindung ein, eine sozusagen utopische Einheit", erklärt
die Kuratorin Eva Schmidt. Robert Smithson hat immer wieder Materialien
und Medien so kombiniert, dass die Wahrnehmung in Frage gestellt wird.
Nach seinen Anfangsjahren hat er sich mehrere Monate aus dem New Yorker
Kunstbetrieb zurückgezogen und trat dann mit einem Ding an die
Öffentlichkeit, von dem nicht so klar war, ob das jetzt ein theoretischer
Text oder ein Kunstwerk sein sollte.
"Er beschäftigt sich mit einem Ort, der nicht zum Kunstbetrieb gehört.
Ein Planetarium, wo er den Blick auf das Universum, der dort mit einer
komplizierten Architektur und einem immensen technologischen Apparat
ermöglicht wird, dekonstruiert, indem er den Blick hinter die Kulissen
führt", so Kurator Kai Vöcklers. "Er ironisiert und verknüpft es mit den
Perspektiven auf die Zukunft, wie sich die Welt und das Universum
verändern konnten. Als Beispiel macht das seine Denkweise und seinen
Arbeitsansatz deutlich." Das bekannteste und meistpublizierte Werk von Robert Smithson ist
seine
Zu der "Spiral Jetty", der Spiralmole im Großen Salzsee, gehört als
wichtiger Teil des Werkes ein Film, der in der Kunsthalle in einer
Sperrholzkoje gezeigt wird. Keine der üblichen Videodokumentationen einer
Kunstaktion, sondern ein künstlerisches Filmessay. Gummistiefel, die im
Wasser des Sees waten, der Bagger, so gefilmt, dass er wie ein
Urweltungeheuer aussieht, und wirklich, gleich darauf sieht man
Dinosaurierskelette. "Er will Gewissheiten auflösen, meint Vöcklers, "er will diese
Sicherheiten, auch dieses Ausruhen, dass man sich selber wiederfindet in
der Landschaft, im Bild, im Kunstwerk, auflösen. Er will dem Betrachter
gewissermaßen den Boden unter den Füßen wegziehen." Eva Schmidt analysiert, "dass in seinem Werk so viele verschiedene
Ebenen nebeneinander laufen, also das Pathos, die Romantik und die Ironie
eines absolut Intellektuellen."
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