Offenes Herz als Mahnmal
PRENNING (SN-m.b.). Das Herz besteht aus 170 gebrannten und glasierten Tonstücken, großteils gefertigt von österreichischen Emigranten, die in New York leben. Die Zahl der blutroten „Herzsteine“ der US-Künstlerin Karen Finley soll noch auf 420 anwachsen: So viele jüdische Kinder im Alter von drei bis sieben Jahren wurden im KZ Gusen von nationalsozialistischen Ärzten durch Injektionen ins Herz ermordet.
Mit ihrem Projekt „Open Heart“ in der Ausstellung „The Next Step To Your Future“ in der steirischen Gemeinde Prenning nördlich von Graz stellt Karen Finley die Frage, ob Kunst in der Lage ist, Versöhnung einzuleiten. Die 53-jährige Performancekünstlerin hält heute, Dienstag, sowie am Mittwoch Vorträge und Workshops in Graz und Prenning.
Die vom Künstler Hannes Priesch in der „Villa Feuerlöscher“, einem historischen Ort des linksintellektuellen Widerstandes gegen den Faschismus, kuratierte Schau fasst Positionen engagierter Kunst aus New York zusammen. So ist in Videos Reverend Billy zu sehen, der als Kopf seiner „Church of Life After Shopping“ sich als illustrer wie wortgewaltiger Kunst-Prediger gegen Konsumzwang und Globalisierung präsentiert.
Rainer Ganahl lotet mit illegal gedruckten – und auf Postkarten verschickten – Briefmarken, die sich mit dem Geschehen des 11. September auseinandersetzen, das US-Sicherheitssystem aus. Eric Heist kombiniert Postkartenidyllen aus aller Welt mit Kriegsgräueltexten, The Yes Men zeigen ihre gefakte „New York Times“-Ausgabe mit Wunschschlagzeilen. (Bis 14. November.) Bild: SN/MARTIN BEHR




















