| Geschichte der realistischen Fotografie | |
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Die Ausstellung "cruel + tender" in der Tate Modern versammelt Arbeiten der 20er Jahre des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. |
Die Ausstellung "cruel + tender" beginnt
mit zwei Ikonen der Fotografie: August Sander und Walker Evans. Sie nimmt ihren Anfang bei August Sander, der zwischen 1925 und 1927
sein großangelegtes Projekt "Menschen des zwanzigsten Jahrhunderts"
entwickelte. Bis zu seinem Tod 1964 arbeitete der deutsche Fotograf an
dieser Typologie von Gesichtern. Typen
Jüngste Anleihen
Generationen, so auch für die junge indonesisch-stämmige Niederländerin Fiona Tan, die bei der "documenta" im Vorjahr eine typologische Analyse von "West- und Ostdeutschen" anhand von 200 Fimstills dokumentierte. Walker Evans
Ausstellung ist das Werk des amerikanischen Fotografen Walker Evans. Evans, der sich nie als Künstler bezeichnete, schuf ein vielschichtiges Werk, das immer wieder das Leben auf der Straße mit einem dokumentarischen Blick einfing. 1903 in St Louis geboren, begann er in den 20er Jahren zu
fotografieren. Für die "Farm Security Administration" fing er das
Landleben in den 30er Jahren mit einer lapidaren Bildsprache ein. 1933
entstand die selten gezeigte Serie "Havanna", die das Straßenleben in der
amerikanisch kontrollierten Insel zeigte.
Evans' Nachfolger Evans war vorbildgebend für eine junge Künstlergeneration, die neben
Fotografen wie Robert Frank oder Lee Friedländer auch bildende Künstler
wie Andy Warhol inspirierte. Letzterer titelte eine Fotoserie mit "Let us
now praise famous men", nach jener berühmten Serie von Walker Evans. Die Ausstellung in der Tate Modern ist nicht chronologisch geordnet,
sondern zeigt Arbeiten jüngerer Kollegen wie William Egglestone, Boris
Mikhailov und Rineke Dijkstra. Allen gemeinsam ist ein lapidarer Blick,
der nicht auf das Offensichtliche gerichtet ist, sondern das leicht zu
Übersehende, das Beiläufige exakt mit der Linse auffängt.
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