| Salzburger Woche am 9. Februar 2006 - Bereich: Pinzgauer
Nachrichten
Die Kunst als die Berufung 1992 verschlug der Krieg
in ihrer Heimat Nerica Abdulic-Osmancevic in den Pinzgau. Die akademische
Malerin stellt derzeit im Lohninghof aus.
Zell am See. Als Kriegsflüchtling kam Nerica Abdulic-Osmancevic aus
Sarajewo nach Zell am See. Plötzlich und ohne Vorbereitung auf ein neues
Leben, eine neue Sprache und Kultur, erfuhr sie wie viele andere auch, was
es heißt, in einem fremden Land Fuß zu fassen. In einer Schule konnte die akademische Malerin seither nicht mehr
unterrichten. Sie arbeitet aber seit drei Jahren erfolgreich mit
Erwachsenen über die Volkshochschule (VHS). Einen anspruchsvollen
Unterricht - fern von bloßem Zeitvertreib- zu gestalten, ist ihr großes
Anliegen. Die Teilnehmer sollen intensiv arbeiten und dabei lernen,
künstlerisch zu denken. "Die Kunst ist meine Berufung, meine
Lebensorientierung", sagt sie über sich. Über ihre Arbeit und den Erfolg
ihrer VHS-Kurse kann man sich jetzt im Kulturzentrum Lohninghof in
Thumersbach überzeugen. "Prof. Nerica Abdulic-Osmancevic und
Kursteilnehmer der VHS Zell am See stellen sich vor", heißt der Titel der
Ausstellung, die vergangenen Freitag eröffnet wurde. Prof. Peter Brücke als "Hausherr", Walter Thaler und Horst-Günther
Poosch brachten in ihren Ansprachen ihre Freude über die Ausstellung zum
Ausdruck. Heidrun Gruber aus Niedernsill, eine Kursteilnehmerin, las ein
selbst geschriebenes Märchen zum Thema "Drei Jahre Malkurs". Die
musikalische Umrahmung gestaltete das Musikum Zell am See. Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag, Mittwoch und Freitag, jeweils
von 16 bis 18 Uhr. |