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Karikaturist Erich Sokol 69-jährig gestorben

Der österreichische Karikaturist Erich Sokol ist in der Nacht auf Donnerstag im Alter von 69 Jahren gestorben.

Wien (APA) - Dies gab ORF-Generaldirektorin Monika Lindner im Rahmen einer Pressekonferenz am Donnerstag bekannt. Nähere Informationen lagen zunächst nicht vor. Der gebürtige Wiener und ehemalige Art-Director des ORF erlangte als politischer Zeichner, Beobachter der Weltpolitik und satirischer Porträtist historischer und zeitgenössischer Persönlichkeiten internationale Bekanntheit.

Sokol arbeitete unter anderem für die "Arbeiter-Zeitung" und den "Playboy", veröffentlichte in "Harper's Magazine" und "Sunday Telegraph" und gestaltete Titelseiten für die "Bühne" und die "Neue Kronen Zeitung". Außerdem entwarf er das Cover für die Schallplattenaufnahme von Qualtingers "Der Herr Karl".

Den Einfluss Erich Sokols als Art-Director bzw. Chefgrafiker auf das Erscheinungsbild des ORF würdigten ORF-Generaldirektorin Monika Lindner sowie Ex-Generalintendant Gerd Bacher."Erich Sokol prägte den ORF wie wenige andere", so Bacher laut einer ORF-Aussendung. In der großen Rundfunkreform der 60er und 70er Jahre habe er "das erste Corporate Design einer europäischen Rundfunkanstalt geschaffen: Das Auge, die Farbe, die Form". Der Karikaturist und Grafiker habe zu jenen Persönlichkeiten gehört, die das Unternehmen entscheidend und nachhaltig geprägt hätten, betonte Lindner.

Kunststaatssekretär Franz Morak (V) würdigte Sokol in einer Aussendung als "Ikone der Karikatur". Sein feinsinniger, tiefgründiger und bestechender Humor habe ihm über die Grenzen Österreichs hinaus Anerkennung verschafft. Knapp vor seinem Tode habe er ihm noch die Nachricht überbracht, dass ihm für seine Verdienste der Professorentitel zuerkannt wurde.

Der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) nannte Sokol einen "präzisen und kritischen Beobachter der österreichischen Politik und Gesellschaft". Dieser habe immer wieder die Unabhängigkeit des Künstlers bewiesen, dessen spitze Feder niemanden ausgenommen habe. "Er zeichnete nicht für die Quote und fand doch ein großes Publikum, dem wie ihm Gesinnung und Gewissen wichtig waren", so Mailath-Pokorny in einer Aussendung.
Sokol hinterlässt seine Frau sowie zwei Töchter aus erster Ehe.
2003-02-20 10:58:19