| Salzburger Nachrichten am 10. Mai 2003 - Bereich: kultur
GALERIENBLICK
GALERIENBLICK
Gerlich, Salzburg Die Galerie Gerlich, die bisher nur zur Festspielzeit präsent gewesen ist, hat fixe Räume in der Sigmund-Haffner-Gasse 6 bezogen und eröffnet mit aktuellen Arbeiten von Friedrich Eigner. In der Kunst des Aquarells hat er mit seiner Malweise die Grenzen der technischen Möglichkeiten ausgelotet und in seinen Landschaften und Städtebildern schließ-lich keine Veduten mehr abgeliefert, sondern im Ringen mit Pigment und Wasser Schlachtenbilder der Seele erarbeitet. In den neuen Arbeiten in Öl hat er seine Erfahrungen neu gebündelt. Ein neues Kapitel in seinem OEuvre eröffnet der 1948 geborene Maler mit Stillleben. Sie sind förmlich in den Malgrund gerieben und aus der Textur vehement herausgewischt (bis 18. 5). -ter
Altnöder, Salzburg August Walla (1936-2001) war einer der bedeutendsten unter den Gugginger Künstlern. Und er war vielleicht der vielseitigste von allen. Seine Kunst bestand nicht nur aus Malerei und Zeichnung. Er war einer der großen Spracherfinder, hat Objekte gemacht, Installationen oder Fotos, und auch seine aktionistischen Aktivitäten sind nicht zu vergessen: ein Allrounder. In der Ausstellung gibt es Arbeiten aus unterschiedlichen Phasen. Sehr frühe Schriftbilder, die noch vor der Gugginger Zeit entstanden sind, sind ebenso zu sehen wie einige Objekte oder bemalte Schriftschilder. Diese Dinge stehen einer Reihe von späten Buntstiftzeichnungen gegenüber. Es sind Zeichnungen, die in Gugging entstanden sind, nach dem Tod der Mutter, Bilder in denen Walla zunehmend vereinfacht, reduziert, sich vielfach auf ein Motiv beschränkt. Sehr typisch sind die Texte, die auf der Bildrückseite platziert sind. Wie bei vielen Künstlern hat auch das Spätwerk des August Walla einen völlig eigenen Charakter. Das zeigt diese Ausstellung auffallend gut (bis 7.6.). E.R.
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