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24.07.2003 - Kultur News
Salzburg: Statue mit erigiertem Penis erhitzt Gemüter
Das Kunstwerk der Gruppe Gelatin vor dem Rupertinum, eine als Triumphbogen geformte nackte Männergestalt, wird nicht von allen goutiert.


SALZBURG (red). Die Skultpur eines nackten Mannes mit erigiertem Penis sorgt in Salzburg für Aufregung. Das Kunstwerk der Gruppe Gelatin auf dem Max-Reinhardt-Platz vor dem Rupertinum (Museum der Moderne Salzburg) soll morgen, Freitag, Abend präsentiert werden und bis zum 30. August zu sehen sein.

Hölzchen, Einrichtungsreste und Spucke

Die Basis ist aus Hölzchen, Einrichtungsresten und Spucke zusammen genagelt, während die sie krönende menschliche Figur, die ganz körperlich eine Brücke zwischen den beiden Torsäulen schlägt, eine fleischfarbene Plastilinhaut zur Schau trägt. Zu allem barocken Überfluss ist der Triumphbogen auch noch mit einem Brunnen gepaart, so dass der pudelnackte Mann - denn um einen solchen handelt es sich eindeutig - als "geschlossenes System", also zugleich als Wasserspender und Auffangbecken fungiert.

Furore in internationaler Kunstszene

In den vergangenen Jahren hat Gelatin - die Gruppe besteht aus vier Künstlern - mit ihren Aktionen, Installationen, Videos und Vorträgen in der internationalen Kunstszene für Furore gesorgt und Österreich bei der Biennale Venedig 2001 vertreten. Die jungen Künstler, wo immer sie auftreten, sind stets für eine Überraschung gut: Sei es dass sie das Publikum im "Human Elevator" von Hand zu Hand in die Höhe befördern (Mackie Appartment, Los Angeles, 1999), sich selbst auf einem heimlich gebauten Balkon an der Außenfassade des World Trade Centers ablichten lassen (2000) oder als lebende "Männeken Pis-Pyramide" barocken Wasserspielen Tribut zollen (Schirn Kunsthalle, Frankfurt, 2002). Immer wieder geht es um das Erleben von Situationen, um körperliche Erfahrungen, um eine andere Realität jenseits von Surrogaten.

Denkmal im öffentlichen Raum

Für das Museum der Moderne in Salzburg hat Gelatin mit dem "Arc de Triomphe" nun eine Außeninstallation realisiert, die zwar erstmals die Idee des Denkmals im öffentlichen Raum aufgreift, in deren Umsetzung aber zugleich zahlreiche bereits zuvor im Werk vorhandene Ideen einfließen. Die Entscheidung für eine Adaption des Triumphbogens fiel, weil im Gegensatz zu anderen Repräsentationsbauwerken der Weg durch das Tor allen offen steht. "Der 'fleischfarbenfrohe' Bogen krönt die Häupter der ihn Durchschreitenden. Das sich damit einstellende Glücksgefühl hat etwas Erhabenes aber auch Kindliches an sich, denn der Bogen ist aus Plastilin. Jeder von uns hatte irgendwann einmal Plastilin in den Händen, - wahrscheinlich immer zu wenig", so Gelatin gegenüber dem Rupertinum.



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