SALZBURG (red). Die Skultpur eines nackten Mannes mit erigiertem Penis
sorgt in Salzburg für Aufregung. Das Kunstwerk der Gruppe Gelatin auf dem
Max-Reinhardt-Platz vor dem Rupertinum (Museum der Moderne Salzburg) soll
morgen, Freitag, Abend präsentiert werden und bis zum 30. August zu sehen
sein.
Hölzchen, Einrichtungsreste und Spucke
Die Basis ist aus Hölzchen, Einrichtungsresten und Spucke zusammen
genagelt, während die sie krönende menschliche Figur, die ganz körperlich
eine Brücke zwischen den beiden Torsäulen schlägt, eine fleischfarbene
Plastilinhaut zur Schau trägt. Zu allem barocken Überfluss ist der
Triumphbogen auch noch mit einem Brunnen gepaart, so dass der pudelnackte
Mann - denn um einen solchen handelt es sich eindeutig - als
"geschlossenes System", also zugleich als Wasserspender und Auffangbecken
fungiert.
Furore in internationaler Kunstszene
In den vergangenen Jahren hat Gelatin - die Gruppe besteht aus vier
Künstlern - mit ihren Aktionen, Installationen, Videos und Vorträgen in
der internationalen Kunstszene für Furore gesorgt und Österreich bei der
Biennale Venedig 2001 vertreten. Die jungen Künstler, wo immer sie
auftreten, sind stets für eine Überraschung gut: Sei es dass sie das
Publikum im "Human Elevator" von Hand zu Hand in die Höhe befördern
(Mackie Appartment, Los Angeles, 1999), sich selbst auf einem heimlich
gebauten Balkon an der Außenfassade des World Trade Centers ablichten
lassen (2000) oder als lebende "Männeken Pis-Pyramide" barocken
Wasserspielen Tribut zollen (Schirn Kunsthalle, Frankfurt, 2002). Immer
wieder geht es um das Erleben von Situationen, um körperliche Erfahrungen,
um eine andere Realität jenseits von Surrogaten.
Denkmal im öffentlichen Raum
Für das Museum der Moderne in Salzburg hat Gelatin mit dem "Arc de
Triomphe" nun eine Außeninstallation realisiert, die zwar erstmals die
Idee des Denkmals im öffentlichen Raum aufgreift, in deren Umsetzung aber
zugleich zahlreiche bereits zuvor im Werk vorhandene Ideen einfließen. Die
Entscheidung für eine Adaption des Triumphbogens fiel, weil im Gegensatz
zu anderen Repräsentationsbauwerken der Weg durch das Tor allen offen
steht. "Der 'fleischfarbenfrohe' Bogen krönt die Häupter der ihn
Durchschreitenden. Das sich damit einstellende Glücksgefühl hat etwas
Erhabenes aber auch Kindliches an sich, denn der Bogen ist aus Plastilin.
Jeder von uns hatte irgendwann einmal Plastilin in den Händen, -
wahrscheinlich immer zu wenig", so Gelatin gegenüber dem
Rupertinum.
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