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vom 19.05.2006 - Seite 023
AUSSTELLUNG: Katharina Mayer und Selbstporträts

Der Blick auf sich selbst

Menschen und deren Darstellungen in der Kunst - diesem spannenden Thema widmen sich derzeit zwei Ausstellungen in der Landesgalerie Linz.

In der Reihe "Aus der Sammlung..." stellt die Landesgalerie mehr als 30 Selbstporträts aus. "Wir wollen sowohl stilistisch als auch technisch eine möglichst große Bandbreite zeigen", sagt die Kuratorin Gabriele Spindler. Werke von Max Beckmann, Valie Export, Gerhard Rühm, Egon Schiele, Fritz Aigner und Oskar Kokoschka ermöglichen einen interessanten Streifzug durch die Geschichte der Selbstbildnisse von Malerei, Grafik und Fotografie, von 1900 bis zur Gegenwart. War es den Künstlern früher nur möglich, sich mittels eines Spiegels selbst zu malen, verlor das traditionelle Selbstporträt Ende der 60er-Jahre dieses Jahrhunderts an Bedeutung und die Selbstreflexion des Künstlers trat in den Vordergrund.

Schlicht und kraftvoll

Kraftvolle Fotografien von Frauen bestimmen das Bild in der zweiten Ausstellung: einer Werkschau? der in Düsseldorf geborenen Katharina Mayer. In ihrem 15-jährigen Schaffen konzentrierte sich Mayer vor allem auf das Porträt.

Vor einfärbigem Hintergrund lichtet sie einen menschlichen Körper frontal oder "im verlorenen Profil", also dreiviertel von hinten, ab. Sie lenkt so den Blick bewusst auf Körperkontur und Haarpracht und setzt kunstgeschichtliche Zitate.

"Die Arbeiten hinterlassen einen unglaublich starken Bildeindruck beim Betrachter", sagt Kurator Martin Hochleitner. (je)

Katharina Mayer im Selbstporträt

Foto: Mayer


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