Die Galerie Ulysses zeigt von 14. 10. bis 15. 11. "Steine" von Karl Prantl.

Wien - Hinter seinem Haus in Pöttsching im Burgenland sind Karl Prantls Meditationssteine Wind und Wetter ausgesetzt, wachsen in die Landschaft, verwachsen mit ihr. Steinspuren in der Wiese. Wie ein Bauer müsse auch der Bildhauer mit Geduld arbeiten, hat Prantl einmal erklärt.
Nun kann der international bekannte österreichische Steinbildhauer ernten, was er gesät hat: Am 25. November, wenige Tage nach seinem 85. Geburtstag (5. November), wird er den mit 30.000 Euro dotierten Großen Österreichischen Staatspreis 2008 entgegennehmen.
Prantl, 1986 Österreichs Vertreter auf der Biennale von Venedig, war in der Vergangenheit schon des Öfteren für diese Ehrung genannt worden, hatte aber immer abgewehrt: Nicht so sehr als der großartige Einzelkünstler, der er ist, möchte er anerkannt werden; sondern ihm geht es darum, sein Lebenswerk im Steinbruch von St. Margarethen gewürdigt zu wissen.
1959 hatte Prantl dort das erste europäische Bildhauersymposium initiiert. Im Kampf um die Rettung dieses über die Jahre gewachsenen, einmaligen Skulpturen-Ensembles fühlte er sich allerdings von der Politik im Stich gelassen. Den Staatspreis nimmt er stellvertretend für seine Kollegen entgegen. (Andrea Schurian / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.10.2008)