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Deckung rund um den Chef der Kunsthalle Wien

Hedwig Kainberger Wien (SN). Der Vorstand des Vereins der Kunsthalle Wien hat sich in Deckung begeben. Präsident Thomas Häusle ließ am Mittwoch – wie schon am Dienstag – den SN ausrichten, er sei nicht erreichbar. Bis Ende der Woche werde eine Stellungnahme vorbereitet. Darin soll es um Direktor Gerald Matt gehen, dem vorgeworfen wird, Mitarbeiter der Kunsthalle Wien für Privatprojekte eingesetzt zu haben.

Seit Mittwoch ist ein neues Projekt Gerald Matts publik: Der „Kurier“ berichtet, bei Künstlern in Auftrag gegebene Fotos von Matts Wohnung und privater Kunstsammlung seien im Herbst 2010 in der Wiener Galerie Momentum ausgestellt worden. Dazu sei der Fotoband „Voyage autour de ma chambre“ in jenem „Verlag für moderne Kunst“ erschienen, der die Kataloge für die Kunsthalle produziert. Für Redaktion, Lektorat und als „kuratorische Assistentin“ wird die Chefsekretärin in der Kunsthalle genannt: Katharina Götschl. Gerald Matt erklärt das dem „Kurier“ so: Das sei „ein gemeinsames unentgeltliches Projekt von Frau Götschl und mir“. Diese „studiert neben ihrer Arbeit in der Kunsthalle Wirtschaftskommunikation“. Sie habe Buch und Ausstellung „als Projektarbeit im Rahmen des Studiums“ verwendet.

Die Kunsthalle ist als privater Verein organisiert, sie hat keinen Aufsichtsrat. Der Vereinsvorstand ist Eigentümer und Kontrollorgan. Präsident Thomas Häusle und Vizepräsident Sigi Menz, Vorstandsvorsitzender der Ottakringer Brauerei, sind – wie Matt – Vorarlberger.

Diese Konstruktion wurde einmal zugunsten Gerald Matts ausgenützt: Als Peter Marboe Wiener Stadtrat war, wurde ohne dessen Wissen der Vertrag des Kunsthalledirektors vom Vereinsvorstand verlängert.

Die Stadt Wien zahlt 4,1 Mill. Euro Subvention an die Kunsthalle und 0,8 Mill. Euro an die angegliederte „Kunst im öffentlichen Raum GmbH“. Trotzdem hat Stadtrat Mailath-Pokorny (SPÖ) kein Durchgriffsrecht. Er könnte nur einen Subventionsstopp androhen oder das Kontrollamt prüfen lassen. Dies würde etwa ein Jahr dauern.

Aus Mailath-Pokornys Büro wurde den SN versichert, der Stadtrat sei „für lückenlose Aufklärung“, er begrüße den von der ÖVP angekündigten Prüfantrag an das Kontrollamt.

Kultur / 14.04.2011 14.04.2011 / Print

 
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