Die Kunst-Biennale von Venedig wurde 1893
aus der Taufe gehoben. Damals bemühte sich der venezianische Bürgermeister
und Dichter Riccardo Selvatico gemeinsam mit Schriftstellern und Künstlern
um die Verwirklichung einer internationalen Kunstschau im
Zweijahresrhythmus. Der Stadtrat beschloss, zur Silberhochzeit des
italienischen Königspaares Umberto I und Margherita von Savoyen, die Idee
umzusetzen. Zur zweiten Biennale 1895 entstand der erste Pavillon - der
heute noch bestehende italienische - den gleich im ersten Jahr 200.000
Menschen besuchten.
Starke Ausdifferenzierung
Die Biennale, bei der es mittlerweile auch Abteilungen für Musik, Tanz,
Theater, Film und Architektur gibt, ist seit jeher Bühne für den
jeweiligen Zeitgeist. Trotz der 110-jährigen Geschichte wird in diesem
Jahr erst die 50. Ausgabe der Kunstschau gefeiert, da es in den beiden
Weltkriegen mehrjährige Unterbrechungen gab.
Die erste Ausstellung fand in einem einzigen Pavillon statt. Erst 1907
begann man in den Gartenanlagen Venedigs mit dem Bau von Länder-
Pavillons, in denen bis heute verschiedene Nationen mit eigenen Künstlern
vertreten sind.
Kleinere Brötchen backen
Während die Besucherzahl der Biennale von Venedig in den 80er Jahren
auf über eine Million angestiegen war, hat die Schau seit Jahren mit
rückläufigem Interesse zu kämpfen. 2003 werden rund 250.000 Kunstfreunde
erwartet. Der künstlerische Leiter Francesco Bonami hat die Schau unter
das Motto "Träume und Konflikte - Die Diktatur des Betrachters"
gestellt.
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