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Monat der Fotografie: 200 Ausstellungen in Wien

29.10.2010 | 10:58 |  (DiePresse.com)

Der November wird bildgewaltig: Ganz Wien steht bei "Eyes On" im Zeichen der Fotografie - von historischen Abbildungen über Fotokunst bis wissenschaftlicher Fotografie. Mit Tipps für den Galerien-Dschungel.

Fotografie-Liebhaber kommen im November voll auf ihre Kosten: Der Europäische "Monat der Fotografie", der alle zwei Jahre ausgerufen wird, sorgt für eine Fülle von Ausstellungen in Wien, Berlin, Bratislava, Luxemburg, Paris, Rom und Moskau. Gerade Wien verzeichnet heuer einen Rekord bei den Foto-Schauen: Etwa 200 davon verteilen sich durch fast alle Wiener Bezirke. Von Museen wie dem Belvedere über Künstlerhaus, Kabelwerk und Anker Brotfabrik, zu zahlreichen Galerien und Off-Spaces, temporären Kunsträumen und lokalen Initiativen etwa rund um den Yppenplatz steht die Kunstlandschaft unter dem Motto "Eyes On".

Das inhaltliche Spektrum der Schauen vom 29. Oktober bis 4. Dezember reicht von historischer Fotografie über zeitgenössische Kunstfotografie bis hin zu wissenschaftlicher Dokumentarfotografie und der Fotografie von Alltagsgegenständen.

"Heimische Foto-Szene aufgeblüht"

"Die heimische Foto-Szene ist in den vergangenen sechs Jahren unglaublich aufgeblüht", sagte Berthold Ecker, Kunstreferent der Stadt Wien und Leiter des Museum auf Abruf (Musa). Das Musa dient als "Zentrale" des Foto-Monats.

Bis zum Einreichschluss gelangten heuer 200 Projekte an die Organisatoren. Damit übertrifft man selbst die "Mutter aller Monate der Fotografie", Paris, wo sich 55 Ausstellungen der Fotografie widmen. "Das hätten wir uns ja nie vorgenommen", sagt "Eyes On"-Direktor Thomas Licek.

Gemeinsame Ausstellung mit anderen Städten

Gemeinsam mit den anderen Städten wird die Ausstellung "Mutations III. Public Images - Private Views" gezeigt - in Wien im Musa bzw. als Online-Ausstellung. Künstler wurden dabei aufgefordert, Arbeiten zum Thema private Repräsentation und öffentliche Erscheinung einzureichen. In allen sieben Städten soll so eine gemeinsame Reflexion über das Verhältnis von Fotografie und Internet entstehen. In riesigen C-Prints finden sich hier etwa zu Netzwerken abstrahierte Foto-Ketten, die über Freunde und Freundesfreunde auf Facebook entstanden sind.

Ebenfalls im Musa ist der in Wien lebenden iranischen Künstlerin Sissi Farassat eine Schau gewidmet: Über zehn Jahre gab sie 33 Ausgaben eines sehr persönlichen Kunst-Magazins im Miniaturformat heraus. "Sioseh", so der Name des Projekts, bedeutet "33" auf Persisch.

Den Besuchern die Auswahl an Ausstellungen erleichtern soll neben einem Gesamtprogrammheft samt Tipps von österreichischen Museumsdirektoren auch der aufwendig gestaltete Katalog, für den bestimmte Projekte durch eine Fachjury ausgewählt wurden. Hinter dem Titelbild von Marko Zink ("90690005_heuschrecken") verbirgt sich dabei vor allem die große Vielfalt vor dem Objektiv: Bauten und Menschen, Natur und Abstraktion, Aktionismus und Stillleben: Mehr als 600 Künstler sind am "Monat der Fotografie" beteiligt.

 


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