| Salzburger Nachrichten am 20. Februar 2003 - Bereich: kultur
GALERIENBLICK
GALERIENBLICK
Altnöder, Salzburg Die Galerie Altnöder setzt mit einer profilierten Aufbauarbeit in ihrem Programm einen Schwerpunkt auf zeitgenössische Kunst aus Österreich. Michael Ziegler, seit seiner Studienzeit vor 15 Jahren in Salzburg mit der Galerie verbunden, hat inzwischen in seinen Landschaften eine unverwechselbar eigenwillige Qualität im Umgang mit Farbe und Licht erreicht. Seine Ausblicke auf die Natur und Einblicke in bedachtsam gebaute Szenen überzeugen durch unspektakulä-re Gelassenheit. Hier ist ein Maler herangereift, der offensichtlich nicht aus der Ruhe zu bringen war. Jetzt - in den neuen Bildern - hat er ordentlich umgerührt. Eine Ausstellung mit der Bereitschaft zum Wagnis, bewährte Strategien zu überdenken: Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Ziegler wechselt die Tonlage. Er legt seine Bilder impulsiver an. Wo er Härten und Kontraste stehen lässt, nähert er sich dem Deklamieren. Wo er im Auf- und Abtragen den Farben und Tonwerten ihre Spitzen nimmt, neigt er zum Nuscheln. Mit affirmativer Erotik vermag er die Malerei nicht zusätzlich aufzureizen. Es hat den Anschein, als ob er heftig und wild sein möchte. Als eine Episode zur individuellen Grundlagenforschung im kleinen Format ist das ein spannender Versuch, zumal es einige Arbeiten gibt, die ungemein kompakt und kraftvoll sind. Elmar Trenkwalder setzt mit dem anthropomorphen Symbolismus seiner objektartigen Figuren einen wirkungsvollen Gegenpol. Mit seiner barockbizarren Bildkombinatorik formt er den Körper als Möbel und Gefäß und verweigert sich konsequent der Eindeutigkeit. (Bis 15. 3.) -ter
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