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Christine König Galerie. Unter den österreichischen
Boygroups sind G.R.A.M. die ältesten Aktiven. 1987 gegründet,
nehmen sie in ihren Photoarbeiten mit Witz und Ironie Phänomene des Kunst-
und Medienalltags unter die Lupe. Neuester Coup: eine gediegene Persiflage
auf den Wiener Aktionismus. "Wiener Blut" heißt die Chose, in der
Schlüsselwerke der sechziger, siebziger Jahre nachgestellt werden: Mühls
Materialaktionen, Rainers "Face Farces", Brus' frühe "Selbstbemalung",
Schwarzkoglers Aktionen mit Kugeln, Flaschen, Schläuchen &
Künstlerkörper. G.R.A.M.s Geheimnis sind Brüche, Verschiebungen, mit denen
sie jene Bilder konsequent unterlaufen, die sie sich im Gedächtnis
festgesetzt haben, sei es, daß es den Darstellern am nötigen Ernst zu
mangeln scheint, daß die Szenen immer um ein Haar zu gestellt wirken oder
die Akteure augenscheinlich die falschen sind. Glänzender Show-Abschluß:
eine Vitrine, die "Relikte der Photosessions von G.R.A.M.", wie bei
Nitsch, hehr im verglasten Schrein präsentiert. (IV., Schleifmühlgasse 1a;
bis 9. März).
Gabriele Senn Galerie. Mit viel Farbe, kräftigem Strich und ziemlich
pastos malt André Butzer Bilder, deren Protagonisten Kinder,
Schwache, Träumende, auch Pazifisten sind. Manchmal zeichnet er auch. Und
er schreibt gern, in Gemälde wie Zeichnungen, vor allem aber auch auf die
Wand kritzelt er Titel, Kommentare, Anliegen. Butzers Wolkenkuckucksheim
ist "Nasaheim", Pendant zu Walt Disneys "deutschkalifornischem" Annaheim
im Weltraum. Die Population teilt sich in diesen Weltbildern in "Schande-
und H-Menschen". "Friedens" reimt sich hier auf "Siemens". Butzer ist
Pazifist, vielleicht auch ein Grüner. Er deutet das zwar nur an, seine
Malerei aber ist ein Bekenntnis. Ein starkes. (IV., Schleifmühlgasse 1a;
bis 2. März).
Kunsthalle Exnergasse. "Neue" Slowakische Kunst 1936-2001
erzählt von einer Kunst, die aus dem nationalen Kontext heraus das
Vokabular der internationalen Avantgarde aufgreift. Das ambitionierte
Projekt erzählt viel von Informel, Concept und Post-Concept,
"Borderlines", Körperlichkeit, "Crossover". Es läßt auch einige
Entdeckungen und Wiederbegegnungen zu. Bedauerlich aber ist die
unübersichtliche Strukturierung und der Mangel an Information über den
soziokulturellen Hintergrund. (IX., Währingerstraße 59; bis
23. Februar).
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