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30.01.2002 - Ausstellung
AUSGESTELLT IN WIEN von JOHANNA HOFLEITNER


Christine König Galerie. Unter den österreichischen Boygroups sind G.R.A.M. die ältesten Aktiven. 1987 gegründet, nehmen sie in ihren Photoarbeiten mit Witz und Ironie Phänomene des Kunst- und Medienalltags unter die Lupe. Neuester Coup: eine gediegene Persiflage auf den Wiener Aktionismus. "Wiener Blut" heißt die Chose, in der Schlüsselwerke der sechziger, siebziger Jahre nachgestellt werden: Mühls Materialaktionen, Rainers "Face Farces", Brus' frühe "Selbstbemalung", Schwarzkoglers Aktionen mit Kugeln, Flaschen, Schläuchen & Künstlerkörper. G.R.A.M.s Geheimnis sind Brüche, Verschiebungen, mit denen sie jene Bilder konsequent unterlaufen, die sie sich im Gedächtnis festgesetzt haben, sei es, daß es den Darstellern am nötigen Ernst zu mangeln scheint, daß die Szenen immer um ein Haar zu gestellt wirken oder die Akteure augenscheinlich die falschen sind. Glänzender Show-Abschluß: eine Vitrine, die "Relikte der Photosessions von G.R.A.M.", wie bei Nitsch, hehr im verglasten Schrein präsentiert. (IV., Schleifmühlgasse 1a; bis 9. März).

Gabriele Senn Galerie. Mit viel Farbe, kräftigem Strich und ziemlich pastos malt André Butzer Bilder, deren Protagonisten Kinder, Schwache, Träumende, auch Pazifisten sind. Manchmal zeichnet er auch. Und er schreibt gern, in Gemälde wie Zeichnungen, vor allem aber auch auf die Wand kritzelt er Titel, Kommentare, Anliegen. Butzers Wolkenkuckucksheim ist "Nasaheim", Pendant zu Walt Disneys "deutschkalifornischem" Annaheim im Weltraum. Die Population teilt sich in diesen Weltbildern in "Schande- und H-Menschen". "Friedens" reimt sich hier auf "Siemens". Butzer ist Pazifist, vielleicht auch ein Grüner. Er deutet das zwar nur an, seine Malerei aber ist ein Bekenntnis. Ein starkes. (IV., Schleifmühlgasse 1a; bis 2. März).

Kunsthalle Exnergasse. "Neue" Slowakische Kunst 1936-2001 erzählt von einer Kunst, die aus dem nationalen Kontext heraus das Vokabular der internationalen Avantgarde aufgreift. Das ambitionierte Projekt erzählt viel von Informel, Concept und Post-Concept, "Borderlines", Körperlichkeit, "Crossover". Es läßt auch einige Entdeckungen und Wiederbegegnungen zu. Bedauerlich aber ist die unübersichtliche Strukturierung und der Mangel an Information über den soziokulturellen Hintergrund. (IX., Währingerstraße 59; bis 23. Februar).



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