SALZBURG (ag.). Kein Ende im Streit um die Skulptur "Arc de Triomphe"
der Wiener Künstlergruppe "Gelatin": Die Stadt Salzburg hat
Rupertinum-Direktorin Agnes Husslein-Arco, die Künstlergruppe "Gelatin"
und das Land wegen Besitzstörung geklagt. Das Museum der Moderne
Rupertinum bringt seinerseits heute, Montag, ebenfalls eine Klage wegen
Besitzstörung ein, wie Peter Baldinger, zuständig für die
Öffentlichkeitsarbeit des Rupertinums feststellte.
Kunstwerk entfernen
Mit der Klage will die Stadt erreichen, dass das Kunstwerk vom
Max-Reinhardt-Platz entfernt wird. Husslein möge einsichtig werden und die
Skulptur in den Vorhof des Rupertinums bringen, meinte Bürgermeister Heinz
Schaden (S) zur APA. Die ursprünglich eingereichte Skizze entspreche nicht
dem präsentierten Objekt. Außerdem sei keine Genehmigung vom Grundamt
vorhanden, und "wenn Frau Husslein etwas anderes behauptet, dann sagt sie
nicht die Wahrheit", so der Bürgermeister.
"Im öffentlichen Raum zugänglich machen"
Die Klage des Rupertinums enthält den Antrag auf eine einstweilige
Verfügung, dass der Bretterverschlag um die "Penis-Skulptur" entfernt
werde. Geplant sei gewesen, ein Kunstwerk den Menschen im öffentlichen
Raum zugänglich zu machen und nicht in einem Hinterhof, so Baldinger.
Außerdem könne die Skulptur auf Grund der hohen Temperaturen Schaden
nehmen. Ein Umzug des Kunstwerkes kommt für das Rupertinum und die
Künstlergruppe nicht in Frage.
Gelatin: "Muss für alle zu
sehen sein"
"Die Skulptur muss für alle zu sehen sein." Nachdem "unsere Skulptur
zuerst in eine gruselige gelbe Kiste gestopft worden war, soll sie nun
wahrscheinlich auf Antrag der Stadt Salzburg abtransportiert werden",
zeigte sich die Künstlergruppe "Gelatin" am Montag empört.
"Böses Zeichen"
"Diese trotzige Reaktion und brachiale Vorgehensweise halten wir für
ein böses Zeichen. Wir sind noch immer sehr glücklich, eine Woche auf
unserer so fröhlichen Baustelle in Salzburg gewesen zu sein. Wir sind auch
noch immer sehr glücklich, den 'Arc de Triomphe' dort hingestellt zu
haben, wo er seit Freitag leider nicht mehr zu sehen ist. Die von uns
entwickelte und modellierte Arbeit halten wir noch immer für eine unserer
besseren", erklärte "Gelatin".
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