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Vom Dekor der Funktion

Speziell für den Kunstraum von Johann Widauer hat Alexander Wolff seine Ausstellung zugeschnitten.

INNSBRUCK. Dass der 28-jährige Alexander Wolff Zobernig- und Koglerschüler ist, ist unübersehbar. In seiner Personale bei Johann Widauer nimmt er Bezug auf die für ihn exotische Tradition des Holzschnitzens in Tirol.
Die charakteristischen Ornamente, die alte Truhen, Kästen und Balken schmücken, zitiert Wolff allerdings nicht - wie volkstümelnde Eklektiker - sinnentleert, sondern er macht sie zum Thema von etwas völlig Neuem, sehr Hippem.

Im Tiroler Volkskunstmuseum hat der junge Deutsche die Inspiration für seine aus den unterschiedlichsten Materialien gebauten Skulpturen und Bilder gefunden. Teilweise hat er die allbekannten Muster akribisch mit Schablonen abgemalt und indem er sie zum alleinigen Inhalt von Bildern gemacht hat, nicht nur ihrer Maßstäblichkeit, sondern auch ihrem dekorierenden Sinn entrückt.

Auch riesige Skulpturen hat Alexander Wolff aus Modulen gebaut, deren Rundungen nur mehr vage an ihre Vorbilder erinnern. Alles handwerklich Unperfekte ist ganz bewusst aus diesen Modulen verbannt, woraus eine nicht reizlose Spannung resuliert.

Um den Gegensatz von industriellem und vorindustriellem Gestalten ginge es ihm in diesen Arbeiten, so Alexander Wolff, um das Emotionale bzw. Rationale, das Amorphe und das Glatte.

Mit zwei Ebenen spielt der Künstler auch in einer anderen zweiteiligen Arbeit. Ihr fragiler skulpturaler Teil ist ein aus einem Tanzkostüm entwickeltes textiles Konstrukt, dem ein Video gegenübergestellt ist, in dem eine Tänzerin eben dieses Kleid vor seiner Bearbeitung trägt. Auch hier bringt Wolff Minimalismus und Expression zu einer Synthese: ein Denkansatz, der eine nähere Auseinandersetzung durchaus wert ist.


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Kunstraum Widauer, Trientlgasse 18c, Innsbruck; bis Ende Juli, Dienstag bis Freitag 13 bis 18 Uhr
2004-07-02 17:28:00