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| 20.06.2005 - Kultur&Medien / Ausstellung | ||
| Eugen Lendl: Swissmade - Bleich-Rossi: Entdeckung | ||
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Vergangene Woche bot Graz mit "Schweiz in Sicht" einen
Ausblick auf das kulturelle Schaffen der benachbarten Käsenation. Das
Programm reichte von Robert-Walser-Abend und Elias-Canetti-Schau bis hin
zu Filmschwerpunkten und Jazzkonzerten. Anlass für Eugen Lendl mit einer
Überblicksschau anzudocken, die historischen Positionen wie Le Corbusier
(Zeichnungen) und Alberto Giacometti (Lithografien) ebenso galt wie Werken
zeitgenössischer Künstler. Beat Streulis mittels Teleobjektiv aus anonymen
Fußgängerströmen herausgegriffene Porträts urbaner Zeitgenossen entfalten
hier ebenso ihre Wirkung wie Ugo Rondinones pop-ikonenhafte
Crossgender-Fotos aus der Serie "I don't live here anymore" (je 2420 €).
Daniele Buetti begibt sich in die Oberflächen der Magazinfotografie,
graviert Gesichtern von Modells Markennamen ein, neotribalistische
Brandings. Christina Zurfluh, bis 17. 7. auch in der Neuen Galerie in
Graz zu sehen, bringt das Plastische in der Malerei auf den Punkt: Aus bis
zu 80 Farbschichten bestehen ihre drippingartigen Strukturen (22.000 €).
"Sieben Künstler aus der Schweiz" heißen gleich mehrere Arbeiten. Während
Max Bühlmann den Titel in einer Seriegrafie auf Sperrholz geometrisch
verhandelt, verstreut José Marie Burki sieben schattenhafte Konterfeis auf
eine Sternkarte. Und Ian Anüll annulliert den Inhalt seiner Vorlagen durch
morphologische Formen (2200 €). Anna Meyer zeigt den fotografischen,
idealisierenden Blick auf Landschaften, problematisiert aber auch die
Isolation gesellschaftlicher Randgruppen. (Bis 9. 7., Hans-Sachsg.
1/1, Graz). Bleich-Rossi: EntdeckungMit der berührenden Erinnerungsarbeit "Victims 9/11" hat
Ramesch Daha vor einem Jahr bei Sotheby's Wien auf sich aufmerksam
gemacht: Sie porträtiert die über 3000 Opfer des Anschlags auf das World
Trade, bisher entstanden 510. In Graz zeigt die 1971 in Teheran geborene
Malerin nun Bilder ihrer beiden Söhne, schlafend oder mit gesenktem Blick,
in beklemmender Gegenüberstellung zu solchen von Backofen-fertigen Hendln.
In dieser krassen Konfrontation lebendiger und toter Körperlichkeit macht
Daha deutlich, dass einen große Kunst immer wieder auf die Verwundbarkeit
der menschlichen Existenz zurückführt. Die Sujets sind flächig, isoliert
in undefinierbaren Räumen. Die Pastellfarben scheinen dabei der
Erforschung dessen zu dienen, was Farbe für sich genommen zur Verhandlung
von fleischlicher Existenz und Vergänglichkeit zu leisten im Stande ist
(900-5000 €). Ramesh Daha, eine Newcomerin, die es sich lohnt weiterhin zu
verfolgen! (Bis 30. 7., Bürgergasse 4/II, Graz) Manisha Jothady
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