| Kuriositäten aus 162 Jahren | |
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Facetten der Fotografie vom Wunder zum Massenerzeugnis zeigt das Tiroler Landesmuseum. |
Verschiedene Aspekte der Fotografie will
das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in seiner heurigen Winterausstellung
"Dunkelkammer - Wunderkammer" beleuchten. Unter die Lupe genommen werden
sowohl die technischen Entwicklung dieses Mediums als auch dessen
Funktionen in der Gesellschaft. Anhand von unterschiedlichen Exponaten - von der "camera obscura" bis
zum "digitalen Minilaboratorium" - soll der Besucher die Entwicklung der
Fotografie der letzten 162 Jahre nacherleben können, betonte die
Ausstellungsverantwortliche, Claudia Sporer-Heis, bei einer
Pressekonferenz am Dienstag in Innsbruck. Der Bogen spannt sich von der
Frühzeit des zeitaufwendigen "Lichtzeichnens" bis zum heutigen digitalen
Arbeiten. Erste Wunder Ein Abbild der Wirklichkeit "in die Hand nehmen und aufbewahren zu
können", bedeutete für die Menschen des beginnenden 19. Jahrhunderts
anfänglich geradezu ein Wunder, erläuterte die Verantwortliche. Gleiches
habe für den "geheimnisvollen" Prozess der Herstellung einer
"Lichtzeichnung" in einer vollkommen finsteren Kammer gegolten. Heute
gehört das Fotografieren zum Alltag, es ist zur Selbstverständlichkeit
geworden. Neue Herausforderungen Die schnelle Technik der Digitalfotografie ermöglicht es auch dem
Laien, seine Aufnahmen nachzubearbeiten. Dies eröffne natürlich auch der
künstlerischen Fotografie neue Dimensionen, führte Sporer-Heis aus. Die
Dunkelkammer und die Dienste der Chemie benötigt man dazu nicht mehr. Kuriositätensammlung
Den Besucher erwartet unter anderem das "letzte erhaltene Alttiroler
Fotoatelier" von 1895, eine mit Puderdose und Spiegel ausgerüstete
"Damenkamera" oder "Sofortbilder" aus der Zeit um 1900. Fotoautomaten für
"Ferrotypien" (Fotos auf Eisenblech) sorgten bereits vor über 100 Jahren
für ein erstauntes Publikum, da sie innerhalb von drei Minuten das
aufgenommene Porträt entwickelt, fixiert und gewässert auswerfen
konnten. Neben Malern, die auch als Fotografen tätig waren, wie etwa Albin
Egger-Lienz oder Alfons Walde, ist ein Teil der Ausstellung der
künstlerischen Fotografie gewidmet. Gezeigt werden unter anderem Arbeiten
von Heinrich Kühn (1866 in Dresden geboren, 1944 in Birgitz bei Innsbruck
gestorben), der zu den bekanntesten Mitgliedern des Wiener Kameraklubs
zählte. Tipp:
Die Schau im Tiroler Landesmuseum wird
bis 24. Februar 2002 in Innsbruck zu sehen sein. | ||||||