
Bregenz - "Ich komme vom Handwerk. Ich habe Maurer gelernt, war aber auch in der Zimmerei tätig. Das bildet natürlich, hin zu einer handwerklichen Ordnung" , so beschrieb der Vorarlberger Architekt Hans Purin seine Arbeitsweise. Der 1933 geborene Sohn eines Kunsterziehers studierte bei Roland Rainer in Wien. Radikale Projekte wie 1961 der puristische Umbau der Kirche des Zisterzienserklosters Mehrerau in Bregenz oder die Hangsiedlung "Halde" 1963 in Bludenz setzten Zeichen am Beginn seiner Tätigkeit.
Purin prägte die Entwicklung einer eigenständigen Vorarlberger Baukultur und war lange Zeit beharrlicher Vorkämpfer für das moderne Bauen im regionalen Kontext. Zentraler Mentor und aktiver Mitstreiter der "Vorarlberger Baukünstler" in den 1980er-Jahren, initiierte er 1993 die erste umfassende Dokumentation einer virulenten Architekturszene, deren Aufstieg und mediales Aufleuchten er aufmerksam und kritisch verfolgte. Die historische Aufarbeitung der letzten Jahre brachte ihm zuletzt die gebührende Anerkennung, die er immer wieder für Aufrufe zur inhaltlichen Konzentration und Qualität in der Architektur nutzte.
Die gedankliche und planerische Strenge seines Werkes ist heute wieder von großer Aktualität. Hans Purin war bis zuletzt tätig. Er verstarb am 4. Juni 77-jährig an Herzversagen. (Robert Fabach, DER STANDARD/Printausgabe, 09.06.2010)
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