Die Unübersichtlichkeit ist Absicht – aber zum
Glück gibt es einen Übersichtsplan, welche Institute hier in einem offenen
Raumspiel auftreten.
Edek Bartz, schon als Leiter der Wiener Kunstmesse auf
Gemeinschaftsprojekte spezialisiert, hat nun im MAK eine Art Labor, eine
Gedankenwerkstatt für die Universität für angewandten Kunst entstehen
lassen: Vor Nestern angehäufter Kunst können sich Besucher im Vortragssaal
über die Trickfilmergebnisse des Instituts von Christian Ludwig Attersee
ebenso informieren wie über Bühnen- und Filmgestaltung von Bernhard
Kleber. Im Eingangsbereich empfangen Bilder und Teppiche der erweiterten
Malereiklasse Attersees, auch Kleber tritt mit Schülern neben dem
Industrial Design von Paolo Piva und der Fotografie des Instituts von
Gabriele Rothemann auf. Das Landschaftsdesign der Schüler von Mario Terzic
stellt sich auf das Ödland der Passage Wien-Bratislava ein.
Durch die Klassen
Interessante Druckgrafikbeiträge des Instituts von Sigbert Schenk
spielen mit dem wichtigen Duett von Sprache und Zeichen und stellen eine
Art labyrinthisches Haus für die Bilder des zweiten Instituts für Malerei
von Johanna Kandl. Dabei fallen nicht nur seltsame Porträtstudien nach
Fotografien auf, sondern auch eine Paraphrase der Deutschen Kunstschau im
München der Vierzigerjahre. Auf dem relativ großen Gemälde bietet sich ein
monumentales Bildformat neben Skulpturen von Arno Breker als weiße
Leerstelle dar. Das Bild im Bildhintergrund stellt die Frage, was die
Ästhetik der Nazikunst heute bedeuten kann.
Spektakulär neben diesem Einbau ist auch das dekonstruktive
Sperrholzhaus, das Werke des Instituts für Bildhauerei/Plastik/Multimedia
von Erwin Wurm beherbergt. Weniger auffällig die plastischen Arbeiten der
Bildhauerei des Instituts von Gerda Fassl. Auf einer Stellage mit
Sammelgut fragen Studenten für Digitale Kunst (Thomas Fürstner), ob sie
denn überhaupt als Künstler eingeschätzt werden.
Minimalistisch, doch eindrucksvoll sind Arbeiten der Restauratoren des
Instituts von Gabriela Krist in Sockelvitrinen präsentiert. Die Sparten
des Architekturinstituts treten mit einer gemeinsamen Bodeninstallation
auf, dabei Schüler von Studio Hadid, von Greg Lynn und Wolf Prix.
Neben der nicht an den Rand gedrängten textilen Position sind auch die
Keramiker (Institut Otto Lorenz) und das Institut für Kunst und
kommunikative Praxis, sprich die Kunsterzieher (Barbara Putz-Plecko)
vertreten, Brigitte Kowanz stellt sich mit Studenten für Transmediale
Kunst vor.
Der Ich-AG wird in diesem Labyrinth jedenfalls eine Absage erteilt:
Diese Schau wirbt für das Gemeinsame.
The Essence 2006
MAK (Universität für
angewandte Kunst)
Kurator: Edek Bartz
Bis 16. Juli
Kreatives Chaos.
Samstag, 01. Juli
2006