Fritsch versteht die Realität als ein vielschichtiges Konstrukt. Wie schon bei früheren Glasarbeiten und Textstrukturen setzt er auch bei den neuesten Zeichnungen chirurgisch an. Er decodiert und zerlegt die Wirklichkeit in einzelne Schichten. Entscheidend ist der Zwischen- und Leerraum, der sich durch die künstlerische Betrachtungsweise öffnet. Nach Jean Luc Godard ist das real,was zwischen den Dingen ist und nicht das Objekt selbst. Im Visier ist der Raum, der sich zum Rezipienten hin öffnet. Der emotional oder real bewegte Betrachter wird Teil des Bildraumes und seine Wahrnehmung wird modelliert von seinem Standpunkt der Betrachtung.
Durch die Überlagerung von zwei bis drei Kugelschreiberschichten entstehen unmögliche ("Escher-hafte") Räume, d.h. Räume, die es so als dreidimensionale Konstruktionen in Realität nicht gibt. Das Bildnetz aus Material, Oberflächenstruktur und Zeichen entschlüsselt sich als Denkkonstruktion. Paradoxerweise liefern die Bilder permanent Rätsel, zugleich aber auch neue Lösungsansätze unserer vielschichtigen Konstruktion dessen, was wir als Wirklichkeit wahrnehmen.
Marbod Fritsch - Fine Black Pilot
Neue Zeichnungen
Feldkircher Kunstverein A4
Bis 7. April 2007
Öffnungszeiten:
Di u. Do 18 - 20 Uhr
Samstag 10 - 12 Uhr
oder nach tel. Vereinbarung: +43 664/ 240 67 95
