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Zauberwald im Riesenbauch Die Swarovski Kristallwelten sind, was sie sind:
eine glitzernde Höhle für Jung und Alt, voll gefüllt mit Pathetischem,
Coolem und Märchenhaftem. Regisseur für die Erweiterung der Kristallwelten war André Heller, der auch die schon bestehenden sieben Kunst- und Wunderkammern eingerichtet hat. Auch diesmal standen ihm u.a. mit Fabrizio Plessi, Thomas Feuerstein und Hans-Magnus Enzensberger kompetente Ideenlieferanten zur Seite und mit Mathias Barz ein ebensolcher Architekt. Wunderbare Höhle Die Wattener Kristallwelten sind, was sie sind: eine glitzernde Höhle, die offensichtlich die Sehnsüchte von Millionen Menschen befriedigt. Die Faszination, die dieser Ort verströmt, kann sich selbst André Heller nicht erklären, für Markus Langes-Swarovski sind sie schlicht und einfach "wunderbar". Der Parcours in das Erdinnere, die Heimat der Kristalle, wurde um sechs Stationen länger. Die erste ist eine, in der die persönlichen Gegenstände des Riesen aufbewahrt werden: seine Handschuhe, sein Ring, sein kunstvoll geschnitzter Wanderstock, seine Ziehharmonika. Sie wird virtuell von Roland Neuwirth bespielt. Ein ganz cooler Raum ist dagegen der, in dem ein Gedicht über das Schweben von Hans-Magnus Enzensberger sich ständig neu schreibend fliegend verwandelt, bevor im Gang der Metamorphosen Christian Feichtinger die Wandelbarkeit des Kristalls vorführt mit Thomas Feuersteins glitzernder "Staatsqualle" im Zentrum. In einem Weltvernetzungsraum kreist ein glitzernder Globus mit dem Kristall als Metapher des Geistes in seiner Mitte um das Universum des Swarovski-Imperiums. Kraft der Kristalle Die Flucht in den Zauberwald ist ob so viel Pathos angesagt und Fabrizio Plessi schafft dies mit seinen vom Himmel hängenden Baumstämmen spielend, in deren Innerem sich Feuer, Wasser und Kristall ständig verwandeln. Enttäuschend ist dagegen das Kristalloskop, in dem der Besucher eigentlich die harmonisierende Kraft der Kristalle spüren sollte. Völlig neu eingerichtet wurde in den Kristallwelten eine Bildergalerie, vorläufig qualitativ sehr ambivalent bestückt mit Arbeiten u.a. von Andy Warhol, Peter Kogler, Peter Pongratz, Max Weiler, Marc Chagall und Anton Christian. In den Kristallwelten sollen künftig aber auch Wechselausstellungen stattfinden, wofür Harald Szeemann als potenter Kurator gewonnen werden konnte. Am 19. März wird er erstmals den multifunktional bespielbaren neuen Veranstaltungsraum "auf Zeit verzaubern". Höhepunkt der Kristallwelten ist und bleibt aber der gute alte Kristalldom mit seinen 590 sich ständig wandelnden Facetten. 2003-12-04 17:13:17 |