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derStandard.at | Kultur | Bildende Kunst 
18.03.2004
12:43 MEZ
Grazer Uhrturm-Schatten wandert
Auf raschen Abriss folgt Neuaufstellung in einem Shopping-Center

Graz - Die Tage des Grazer Uhrturm-Schattens sind gezählt. Zumindest als Schatten des Grazer Uhrturms. Derzeit wird die 1:1- Stahlkonstruktion demoniert, Anfang April wird das vom Künstler Markus Wilfling geschaffene Objekt in neuer Funktion und neuem Outfit am Rande des Shopping Centers Seiersberg südlich der Landeshauptstadt wieder aufgestellt.

Eigentlich hätte der Schatten noch bis Ende 2004 den dunklen Begleiter des echten Uhrturms abgeben sollen. Doch die Stadt verlängerte die Genehmigung nicht, weil an den darunter liegenden Kasematten bereits Schäden festgestellt wurden, und niemand die Haftung übernehmen wollte. So wurde zu Beginn dieser Woche damit begonnen, die 70 Tonnen schwere Plastik abzubauen.

Bevor das Objekt wieder aufgestellt wird, muss noch auf einer Anhöhe am Rande der Shopping Mall in Seiersberg ein Fundament betoniert werden. Auch soll der Schatten ein neues Innenleben bekommen - es ist an ein Cafe und Kinderspiel-Einrichtungen und eine Aussichtsplattform gedacht.

Der Künstler selbst hat mit der Mutation seines Werkes und der intendierten Aussage ("Bewegung und Umgebung beeinflussen die Wahrnehmung") keine besondere Freude. Er hatte schon im Vorfeld erklärt, die Urheberschaft zurückzuziehen, wusste aber um das Dilemma: Da es das Kunstwerk von den nunmehrigen Betreibern gesponsert war, wäre es ohne deren Unterstützung gar nicht realisiert bzw. wenn doch, nach seine Lebenszeit als "Schatten" verschrottet worden. (APA)


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