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| 23.12.2005 - Kultur&Medien / Kultur News | ||
| Rechnungshofbericht: Sanierung der Albertina erfolgte nicht sparsam genug | ||
| VON NORBERT MAYER | ||
| 1,42 Millionen Euro zu viel sind von der Burghauptmannschaft Österreich laut RH bei der Projektabwicklung ausgegeben worden. | ||
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"Kein Kommentar", sagte Burghauptmann Wolfgang Beer am
Donnerstag der "Presse" zur Kritik des Rechnungshofes, dessen Prüfer
"vielschichtige Mängel" in der Wahrnehmung der Bauherrenpflicht bei der
Erweiterung und Sanierung der Albertina festgestellt haben. Im dem am
Donnerstag veröffentlichten Tätigkeitsbericht des RH wird kritisiert, dass
bei der Projektabwicklung, die durch zusätzliche Wünsche der Albertina
beeinflusst wurde, ein Einsparungspotenzial von 1,42 Millionen Euro nicht
genutzt wurde. "Wir werden Stellung nehmen und dann sehen, wie der
Endbericht aussieht", gab sich Beer zugeknöpft. Auch in der Albertina, dem
Hauptnutzer des Baus, war man zurückhaltend. Der Bericht sei alleinige
Angelegenheit der Burghauptmannschaft. Die größte Grafiksammlung der Welt,
die 2003 nach Jahren der Schließung und einer rund 52 Millionen € teuren
Sanierung in neuem Glanz eröffnet wurde, ist in dem Gebäude nur Mieter.
Die Burghauptmannschaft hat gegenüber der Albertina sogar Forderungen.
Dort wurden für 480.000 €, die eventuell für offene Kostenbeiträge zu
erbringen sind, Rücklagen geparkt. Der Hauptpunkt der Kritik des Rechnungshofes richtete
sich gegen zu hohe Honorare für Zivilingenieure. Für deren Leistungen
seien 850.000 € zu viel gezahlt worden. Man habe Abzüge, zu denen man
berechtigt gewesen sei, nicht in Anspruch genommen. Auch seien die
Ausschreibungsunterlagen mangelhaft gewesen, dadurch hätten sich die
Baukosten gegenüber dem Angebot um 946.000 € erhöht. Weitere
ungerechtfertigte oder überhöhte Forderungen hätten 349.000 € gekostet.
Beim Neubau des Studiengebäudes und des Tiefspeichers wurde ein
Einsparungspotenzial von 90.000 € nicht genutzt. Beim Vergabeverfahren
habe es ebenfalls Mängel gegeben, formale wie inhaltliche - es fehle die
Dokumentation der Angebotseröffnungen. Die Burghauptmannschaft hätte laut
RH viele Bauherrnaufgaben effektiver wahrnehmen müssen. Im Wirtschaftsministerium und in der Burghauptmannschaft
bemüht man sich nun um Schadensbegrenzung. Man habe bereits Rückzahlungen
von 91.700 € erreicht. Über weitere Rückzahlungen werde noch verhandelt.
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