Layr Wuestenhagen Contemporary.
1010 Wien, An der Hülben 2.
Bis 8. 11.
Link: www.layrwuestenhagen.com

Von Künstlern kuratierte Ausstellungen sind in der Galerie Layr Wüstenhagen keine Ausnahme mehr. Vielmehr hat man sich den sympathischen Ansatz zur Regel gemacht und präsentiert derzeit die von der Künstlergruppe mahony kuratierte Gruppenausstellung Horror Vacui, die trotz des alten Themas extrem erfrischend ist.
"Horror Vacui" ist Teil eines Projekts der Gruppe mahony, die sich unter dem Titel "Odyssee 500" in einer künstlerischen Analyse der Kulturgeschichte des Reisens versucht. In ihrer letzten Präsentation bei Layr Wuestenhagen haben sie bereits die Motive des Wanderns durch Wiesen und Wälder erforscht; nun haben sie weitere Künstler hinzugezogen und das Reisen durch die Luft zur Debatte gestellt: Betritt man die Galerie, kündigt die Soundarbeit Christodoulos Panayiotou den Ausflug in höhere Sphären schon an: To be willing to march into hell for a heavenly cause titelt der ätherische Song, während ein schwarzer Induktionsglobus die Erde auf ihre geometrische Form reduziert.
Daneben steht ein Fauteuil aus Kartoffeln, durch den man noch eine Erdung erfährt, bevor man im zweiten Raum auf weit "abgehobenere" Weltsichten stößt: Etwa auf die wissenschaftlichen Darstellungen von Sonnensystemen, die Michael Müller frei interpretiert. Dass die Reise von mahony einen offenen Ausgang hat, versinnbildlicht aber auch die Videoarbeit Escape No. 6 von Simon Faithfull sehr schön: Mittels eines Wetterballons hat er einen gewöhnlichen Sessel in die Luft steigen lassen, bis das Signal der Kamera ausgesetzt hat. (cb / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9.10.2008)