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06.01.2003 20:37

Das MQ als Kampfzone
Die Verträge von Wolfgang Waldner und Gerald Matt wurden verlängert: Der Kampf kann weitergehen



Die VP will vom Wiener Kontrollamt die städtische Kunsthalle geprüft wissen, die SP das Museumsquartier. Der Kampf zwischen Wolfgang Waldner und Gerald Matt geht also weiter: Beider Verträge wurden verlängert.




Wien - Besonders gut leiden konnten sich Wolfgang Waldner, der Chef des Museumsquartiers (MQ), und Gerald Matt, der Direktor der städtischen Kunsthalle noch nie: Sie lieferten sich in den letzten Jahren immer wieder Infights, die ganz amüsant wären, würden sie nicht auf dem Rücken - und daher wohl auch zum Schaden - des Kulturareals ausgetragen werden.

Vor wenigen Wochen erst dürfte versucht worden sein, eine Lichtinstallation zu stören. Indem die Bilder, die auf die Fassade der Winterreithalle geworfen werden sollten, mit starken Scheinwerfern mehr oder weniger neutralisiert wurden. In diesem klassizistischen Gebäude befindet sich das Foyer der Kunsthalle. In der Folge musste die MQ-Gesellschaft eine Leinwand anmieten, die im zentralen Hof als Projektionsfläche aufstellt wurde.

Die gegenseitigen Attacken (Matt, nebenbei kulturpolitischer Stratege der SP, warf Waldner, Kulturmanager mit VP-Nähe, erst im Dezember wieder Unfähigkeit vor) erreichten nun eine neue Dimension: Ihre Parteien riefen das Kontrollamt mit der Bitte an, das Museumsquartier beziehungsweise die Kunsthalle einer Prüfung zu unterziehen.

Den Anfang machte die VP, die sich Mitte Dezember erfolglos gegen eine Zusatzsubvention für die Kunsthalle in der Höhe von 185.000 Euro aussprach. Denn es läuft ohnedies ein Dreijahresvertrag, der ihr, der Kunsthalle, eine jährliche Förderung von vier Millionen Euro garantiert. Die Begründung für die Finanzspritze sei nicht schlüssig, da die gestiegenen Betriebskosten - die Kunsthalle verfügt im MQ über eine größere Ausstellungsfläche als einst am Karlsplatz, wo zusätzlich der Project Space betrieben wird - bei Vertragsunterzeichnung absehbar gewesen seien.

Für VP-Kultursprecher Andreas Salcher dränge "sich der Verdacht auf, dass hier durch die Hintertür zusätzlich Geld in die Kunsthalle gesteckt werden" solle. Weil die "Finanzlage der Kunsthalle wieder einmal undurchsichtig" sei, habe man daher das Kontrollamt der Stadt ersucht, die Gebarung zu prüfen.

Ende Dezember erbat die SP das Gleiche bezüglich der MQ-Betriebsgesellschaft. Und schon wenige Tage später, am 2. Jänner, meldete sie stolz: "Kontrollamt prüft Museumsquartier!" Der Grund seien "die gerade in den letzten Monaten vermehrt aufgetretenen Fragen hinsichtlich Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Finanzgebarung" auch hinsichtlich "der Doppelrolle der MQ-Gesellschaft als Facility Management und als Kulturveranstalter": Es solle geprüft werden, "ob es zu Kostenübertragungen der durch das Quartier 21 verursachten Aufwendungen auf die maßgeblich von der Stadt finanzierten Kunstinstitutionen im Museumsquartier komme".

Wolfgang Waldner bestreitet dies. Und bestritt die Vorwürfe, die nicht neu sind, auch davor. Die SP düfte ihm bisher Glauben geschenkt haben: Erst kürzlich stimmte sie zu, seinen Vertrag, der bis August 2004 läuft, um weitere fünf Jahre zu verlängern. Da auch Gerald Matts Vertrag verlängert worden war (um sieben Jahre), werden sich die beiden noch oft matchen können. Ob das Kontrollamt auch dem Wunsch der VP nachkommt, wurde bisher noch nicht bekannt gegeben. (DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2003)


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