


Wien - Dunkle Wolken über der Viennafair? Als Ende letzten Jahres erstmals über die Fruits, Flowers und Clouds, einer abgespeckten Parallelmesse im Mak berichtet wurde, ortete man dicke Luft. Angesichts von Fördergeldern und niedrigen Standgebühren (1000 Euro) standen Vorwürfe der Wettbewerbsverzerrung im Raum. Eine Woche vor dem Messestart nachgefragt, herrscht Sonnenschein: Allerorts freut man sich, dass so viel los ist. Logisch, das "jeder probiert, sich am Kuchen zu beteiligen", beurteilt es Martin Janda gelassen.
Solange es keine Aufmerksamkeit abziehe, fürchtet Christine König die Konkurrenz nicht. Stattdessen nimmt sie die Sammler ins Gebet. Es sei eine Wiener Unart, in den Ateliers und Off-Spaces zu kaufen, oder sich gar mit Einkäufen bei großen internationalen Galerien zu schmücken. Sie appelliert an die Sammlersolidarität: "Bitte nehmt das Angebot wahr!"
Fruits, Flowers und Clouds soll gar keine sogenannte "Gegenmesse" sein, betonen Rita Vitorelli (Herausgeberin des Kunstmagazin Spike) und Messeleiter Max Geymüller. Man locke sowohl ganz andere Sammler wie auch andere Aussteller an: die Berliner Galerien Johann König und Neu sind zwar am Kunststandort Wien interessiert, aber nicht an der Viennafair. Und für viele junge sind die großen Messen gar nicht leistbar. Aus diesem Grund wurden schon Parallelmessen wie die Liste in Basel oder die Scope in Miami gegründet.
Anders, aber nicht vollkommen neu, ist auch das Konzept: Kuratiert wurden vorrangig die 27 teilnehmenden Künstler (Von Liudvikas Buklys über Dani Gal bis Andreas Slominski), nicht die Galerien. Präsentiert wird im Format einer Gruppenschau, also ohne klassische Kojen und vor allem ohne VIP- und Parallelprogramm, das Geymüller oft so vorkommt, als müsse man andere Defizite ausgleichen. Man selbst wolle sich auf das Wesentliche einer Messe konzentrieren - "Die Leute wollen sehen und kaufen" - und eine angenehme Atmosphäre schaffen, in der die Leute sich austauschen und dort am Abend auch die Kunst feiern können.
Eine gute Messe vermittelt selbst dem Vorbeigehenden einen guten Eindruck, sagt Georg Kargl, der auf der Viennafair mit Franz Graf und Clegg & Guttman in der Vergangenheit schon mehrfach auf Einzelpräsentationen setzte. Einst habe ihm für die Kunst Wien im Mak ein Konzept vorgeschwebt, das mit den neuen Ideen vergleichbar ist: Halb so viel Galerien auf doppelt soviel Platz, in der Mitte freier Blick auf das Tor von Walter Pichler und vor allem eine Standvergabe im Losverfahren unter notarieller Aufsicht. Sein Vorschlag wurde abgeschmettert.
Der teilnehmende Wiener Galerist Emanuel Layr sieht die neue Messe als positive Ergänzung. Die unterschiedlichen Formate würden sich gegenseitig stärken und vor allem viel größere Anreize bieten, nach Wien zu kommen.
Kein "Parasit", sondern Satellit, der seinen "Wirt" adelt, ist die Jennyfair. Schon das dritte Jahr läutet sie das Messegeschehen ein und bietet Kunst aus dem mittleren Untergrund eine Plattform. Auch sie kooperiert nicht mit der Viennafair: "Wir haben gar nicht angefragt. Wir sind ja nebenan." Ganz in der Nähe ist auch die Parkfair. Sie bespielt eine Parkebene des Stadioncenters mit vielversprechenden Positionen (Constantin Luser, Anna Ceeh, Franz Graf u. a.). Definitiv die Messe mit der attraktivsten Location und dem besten Ausblick. (kafe, DER STANDARD/Printausgabe 10.5.2011)
Ab
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der Mix aus Marktnahem und -fernem in der Messepraxis beweisen
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Das MuseumsQuartier Wien feiert heuer sein 10-Jahres-Jubiläum. Aus diesem Anlass gibt es ein vielfältiges Kulturangebot

für Sie ist es eine Unart, wenn die hiesigen Sammler auch international kaufen und nicht nur beim lokalen Greisler?
Wenn man so provinziell denkt, darf man sich nicht wundern, wenn
das Geld nur aus dem Familienerbe und nicht aus dem Verkauf kommt!
Und: Selbst schmückt man sich als Galeristin dann aber schon mit
Ausstellungen von Drittware internationaler Größen à la Ai Weiwei und
Alex Katz... sorry, echt indiskutabel!
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