| Die Kunst liegt in den Zwischenräumen | |
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Die Sammlung Goetz widmet bis zum 26.10. der Künstlerin Rosemarie Trockel eine umfassende Personale. |
Auf drei Stockwerke verteilt zeigt das
Münchner Ausstellungshaus über 70 Werke der deutschen Künstlerin Rosemarie Trockel. Die Werke stammen aus einem Zeitraum
von fast 25 Jahren und reichen von frühen Zeichnungen aus dem Jahr 1978
bis zu aktuellen Videoarbeiten wie "Manu's Spleen 4" aus dem Jahr 2002,
das erstmals zu sehen ist. (K)ein Stil?
Frau und Kunst Geboren 1952 in Schwerte, wollte sie zunächst Lehrerin werden und
belegte die Fächer Soziologie, Mathematik, Theologie und Anthropologie an
der Lehrerbildungsanstalt. 1974 entschloss sie sich zu einem Kunststudium
in Köln. Aufgewachsen in einem Klima, in dem hitzige Debatten über die Rolle der
Frau in Alltag und Kunst geführt wurden und plötzlich eine Art
feministische "Frauenkunst" postuliert wurde, begann sie schon früh,
solche Muster mittels ihrer Kunst ironisch zu durchbrechen. Küche und Herd Exemplarisch für ihr Vorgehen ist eine Gruppe von Herd-Skulputuren, die
sie während der 80er Jahre entwickelte. Sie kippte die weiß emaillierten
Plattenfelder der Herde in die Vertikale, wobei die runden Elektrofelder
in Zahl und Anordnung varierten. Es entstanden kühle, abstrakte
Wandobjekte, die an die reduzierte Ästhetik von Minimal Art erinnern.
Durch diesen Kunstgriff erfolgte die Umdeutung und Aufwertung des
Gegenstandes Herdplatte und die Abwertung der Skulptur.
Gestrickte Ikonen Ähnlich verfuhr sie mit Wollobjekten, mit denen sie berühmt werden
sollte. Mittels Strickcomputer stellt sie Strickbilder und Kleider her und
wählt als Motiv Hammer und Sichel, das Wollsiegel oder das Playboy-Häschen
Bunny. Sie spielt mit Labels und der Markengeilheit der
Konsumgesellschaft. Während Pop-Art Logos und Konsumgüter von der Trivialebene in die
Hochkultur überführt, macht Trockel das Umgekehrte. Sie betreibt
"Logo-Dumping", wie sie es nennt. (Denn wenn sich die Gesellschaft nicht
mehr an lokalem Lebensgefühl und Bilderfindungen orientiert sondern an
global gesteuerten Logos und Marken, dann müssen Logos und nicht mehr
Bilder das Thema der Kunst sein.)
Wertewandel Die Ambivalenz zwischen kritischer sozialer Aussage, ironischem
Zitieren der Kunstgeschichte, zwischen dem Witz eines Objekts à la Duchamp
und der kühlen abstrahierenden Form ist charakteristisch für Trockels
Strategie, das Triviale erhaben erscheinen zu lassen und umgekehrt. In
einem Siebdruck von 1987 ist die in Serie gedruckte Figur der russischen
Bäuerin mit Sichel mit einem umgedeuteten Zitat versehen. Trockel hat die
Figur von El Lissitzky aus dem Jahr 1928 übernommen und das ursprüngliche
Leninzitat - "Jede Köchin muss lernen, den Staat zu regieren"- verkürzt
zu: "Jede Köchin muss den Staat regieren." Tipp: Links:
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