Wien – Kürzlich gab Klaus Albrecht Schröder, Direktor der Albertina, bekannt, dass die Ausstellungsmacherin Barbara Steffen zum "Head of Collection Development and Curator" bestellt wurde. Was er nicht kommunizierte: dass er auch seine Frau Friederike Seiler zurück ins Unternehmen holte, die gegenwärtig wieder das Marketing betreut.
Raiffeisen-Generalanwalt Christian Konrad, der Kuratoriumsvorsitzende, hatte zuvor dafür gesorgt, dass Seiler das Haus verlässt. Zum neuerlichen Family-Business war Schröder aber mehr oder weniger gezwungen: Agnes Husslein, mit 1. Jänner Chefin der Österreichischen Galerie, hatte ihm seine Marketingleiterin Susanne Böck abgeworben.
Schröder verlor aber noch weitere Mitarbeiter: Alfred Weidinger, sein Stellvertreter, verlässt Anfang 2007 die Albertina. Er hat sich, wie berichtet, um die Leitung des Ferdinandeums in Innsbruck beworben und möchte eigene Projekte realisieren.
Zum Nachfolger, zuständig für die kaufmännischen Angelegenheiten und den Verwaltungsbereich, bestellte Schröder, wie der STANDARD in Erfahrung brachte (und von der Albertina gegenüber der APA bestätigt wurde, Anm.d.Red.), Josef Holböck. Der Betriebswirt, 1950 geboren, war bisher Geschäftsführer der von ihm 1994 gegründeten New Marketing BeratungsgesmbH in Wien.
Zudem trennte sich Schröder einvernehmlich von seinem Pressesprecher Stefan Musil. Er ersetzte ihn vorerst interimistisch durch Ute Weber, die er sich vom Leopold Museum geangelt hatte. Musil arbeitet nun wieder als Kulturjournalist.
Und Ausstellungsmanagerin Lisa Kreil wird ins Kunstforum BA-CA, geleitet von Schröders Exfrau Ingried Brugger, wechseln. Die von Schröder eingeleitete Erfolgsgeschichte der Albertina geht aber ungebrochen weiter: Die laufende Picasso-Ausstellung kommt auf bereits 300.000 Besucher. Bis zum Ende am 7. Jänner rechnet man mit deren 340.000. (Thomas Trenkler / DER STANDARD, Print-Ausgabe, 29.12.2006)