Kunst kommt von Kuh
(cai) "Mechurchletukhutsesi"? Das heißt doch nix. Muss ein
Anagramm sein. Aha, eine Kontaktanzeige: "Suche Kuh mit Euter (L.
Sch.)." Aber wer ist dieser L. Sch.? Oh, "M. usw." ist doch ein zugelassenes Wort. Freilich nur in Georgien. Bedeutet "Schatzmeister". Der Titel ist so mysteriös wie die ganze
Ausstellung in der Galerie Winter. Milchweiße Bilder hängen da wie eine
bedingungslose Kapitulation vor der Malerei. Eine Rodel ist als
Flugzeug der Brüder Wright verkleidet. Und die Frage, die Catrin Bolt
stellt, lautet ja womöglich gar nicht "Was ist Kunst?",
sondern: "Was ist eine Ausstellung und wie viele davon passen zur
gleichen Zeit in eine Galerie rein?"
Stell dir vor, es ist Kunst und keiner schaut hin, weil alle auf die
Verfilmung warten: Das eigentliche Werk ist nämlich ein Video (in dem
auch obige Rodel brilliert), wo jede Menge Installationen (alle in
selbiger Galerie) durchstreift werden, die nur die Kamera
jemals live erblickt hat und die rätselhaft, doch irgendwie logisch
miteinander verbunden sind. Immer wieder das Spiel "Modell und wahre
Größe". Und ein Qualm des Grauens (schon vom Hinsehen kriegt man einen
Husten) sucht Campingzelte heim. Natürlich könnte das Thema auch sein:
"Das Kunstwerk im vierdimensionalen Raumzeitkontinuum", aber ich glaub’
nicht.
Galerie Hubert Winter
(Breite Gasse 17)
Catrin Bolt
Bis 1. September
Di. bis Fr. 11 bis 18 Uhr
Sa. 11 bis 14 Uhr
Merkwürdig.
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...oder von Koma
(cai) Heuer wäre Franz Zadrazil 65 geworden (wenn man ihn gelassen
hätte). Drum hat der Exner ein bissl was zusammengetragen. Aufs
Gschmackigste hat der Z. den pittoresken Charme der Erosion zelebriert.
Bilder von "halbverdauten" Fassaden, Lokale im Dornröschenkoma. Zu
allerletzt hat er 13-mal die Schachtel von einem seltsamen Spiel aus
dem Krieg variiert: "Flieger-Alarm – ein Unterhaltungsspiel für Jung
und Alt." Am Ende sieht das Motiv aus wie von einer Kuh wiedergekäut.
Und der Vater der flüchtenden Familie ist einfach futsch (wohl
"ausgeschieden"). Das 13te Bild ist unvollendet geblieben. Als würde
ein Film (etwa "Vom Winde verweht") mitten im letzten Satz abbrechen:
"Verschieben wir’s auf..."
Galerie Wolfgang Exner
(Rauhensteingasse 12)
Franz Zadrazil
Bis 5. September
Di. bis Fr. 11 bis 18 Uhr
Sa. 11 bis 17 Uhr
Appetitliche Elegien.
Mittwoch, 29. August 2007