Die Wiener Sängerknaben dürfen ihr geplantes Konzertsaal-Projekt im Wiener Augarten verwirklichen. Ein gemeinsames Bauvorhaben mit dem Filmarchiv wird es nicht geben. Das hat Burghauptmann Wolfgang Beer mitgeteilt. Ein entsprechender Vertrag sei unterzeichnet worden.
Bei den Sängerknaben wurde stets betont, dass der Neubau notwendig ist, weil es im Stammsitz - dem benachbarten Augarten-Palais - keine entsprechende Aufführungsstätte gibt. Laut Beer können die Sängerknaben jetzt einen Einreichplan erstellen. Dieser ist Basis für eine Baubewilligung durch die Gemeinde Wien. Laut bisherigen Plänen soll der zentrale Saal rund 430 Zuschauern Platz bieten.
Kindertheater integriert
Die Wiener Sängerknaben wollen am sogenannten Augartenspitz eine Proben- und Aufführungsstätte errichten. Der geplante Bau - genannt "Konzertkristall" - soll aber auch die Abhaltung von Workshops ermöglichen und für das Wiener Kindertheater zur Verfügung stehen.
Der "Konzertkristall" darf eine Grundfläche von 1.200 Quadratmeter in Anspruch nehmen. Finanziert wird der Bau von der Pühringer Privatstiftung, zuletzt wurden elf Mio. Euro dafür veranschlagt.
Streit um das Areal
Das Areal stand zuletzt im Mittelpunkt eines Monate dauernden Streits: Das Filmarchiv wollte gemeinsam mit der Viennale dort auch ein Filmkulturzentrum errichten. Im Frühjahr wurde sogar ein Sponsor dafür präsentiert: Das Ehepaar Ingrid und Christian Reder wollten mit ihrer Stiftung Orion den Bau des Projekts zur Gänze finanzieren - was rund 6 Mio. Euro kosten sollte.
Kurze Zeit später stoppte der Bund die Sängerknaben-Pläne zumindest vorübergehend. Es solle geprüft werden, ob nicht ein gemeinsames Projekt kommen könne, hatte es geheißen. Das ist nun gescheitert. Laut Burghauptmann Beer habe sich unter anderem gezeigt, dass der vorhandene Platz dazu nicht ausgereicht hätte.
(APA)
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