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Galerienspiegel

Raum- und Bildverstecke

23. März 2011, 18:33
  • Artikelbild: In den Arbeiten des Kolumbianers Gabriel Sierra wird die 
Auseinandersetzung mit dem Designer Bruno Munari deutlich. - Foto: Gal. Janda

    In den Arbeiten des Kolumbianers Gabriel Sierra wird die Auseinandersetzung mit dem Designer Bruno Munari deutlich.


Ein Spiel zwischen Tarnen und in Szene setzen: Die Künstler Christian Hutzinger und Gabriel Sierra reagieren auf den Ort ihrer Präsentation, auf die Galerie Martin Janda

Wien - Betritt man die Galerie, vermittelt eine Trennwand den Eindruck, Gabriel Sierra hätte nicht den ganzen Raum benötigt. Den Durchgang im unteren, offenen Teil der Wand erkennt man nicht sofort. Er führt den sich Bückenden in einen zweiten, vom Künstler gebauten, Ausstellungsraum. Überraschenderweise tut sich dort eine Art Spielzimmer auf; ein Mobile baumelt von der Decke, und zusammensteckbare geometrische Holzformen liegen auf einer Ablage.

A Trip to Vienna like Bruno Munari titelt die Schau, in der sich Sierra auf den italienischen Künstler und Designer Munari bezieht. Davon ausgehend, dass die Welt auf den Grundformen Kreis, Quadrat und Dreieck basiert, hat er seine Möbelstücke entworfen: etwa eine Wohninsel zum Arbeiten, Schlafen und Spielen.

Während Munaris Objekte auf ihre Funktion hin ausgerichtet sind, gaukeln die Arbeiten von Sierra ihre Benutzbarkeit meist nur vor: Travelling Sculptures heißen etwa seine platzsparend transportierbaren Wandobjekte. Zum Aufklappen gedacht, kann man die flachen Objekte zwar in eine dreidimensionale Form bringen; einen Nutzen im klassischen Sinne haben sie allerdings nicht.

Einer Welt, in der Effizienz alles scheint, verweigern sich außerdem seine Fuchsschwänze. Eingespannt zwischen Decke und Boden, strukturieren sie den Raum, stützen ihn aber nicht. Zwei Diaserien thematisieren das Verhältnis zwischen Alltagsobjekt und körperlicher Bewegung auf sehr humorvolle Weise.

Neue Arbeiten zeigt auch Christian Hutzinger, der ebenfalls einmal (mit Lotte Lyon) transportable, aufklappbare Gemälde gefertigt hat. In seinen malerischen Arbeiten reflektiert er, ähnlich wie Sierra, stets den Umraum mit.

Ausgangspunkt seiner Collageserie war das unförmige Fahrstuhlfundament (eine Säule mit aufgesetztem Kubus), das im Ausstellungsraum unübersehbar ist. Hutzinger bemalte es mit knalligen Farben; bringt es also nicht zum Verschwinden, sondern rückt es im Gegenteil in den Mittelpunkt seiner Präsentation.

Als wesentliches raumbildendes Element seiner sehenswerten Collagen nimmt es so eine gewichtige Rolle ein. (Christa Benzer, DER STANDARD/Printausgabe 34.3.2011)

Info

Bis 30. 4., Galerie Martin Janda, Eschenbachgasse 11, 1010 Wien

Link

Martin Janda

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